Gandersheimer Domfestspiele: Auf der Bühne Action beim Erwachsenwerden

Probe zu „Highway to Hellas“: Regisseur Achim Lenz (links) und Intendant Christian Doll gaben eine kurze Erläuterung zum Stück und der Inszenierung. Foto:  Weiss

Bad Gandersheim. Die Domfestspielsaison steht unter dem Motto „Erwachsen werden". Doch nach den Worten von Intendant Christian Doll wird das Treiben auf der Bühne nicht so sperrig wie das Motto klingt.

„Ich versuche, die Spielzeit in vollen Zügen zu genießen“, sagte Doll bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Spielzeit. Er wechselt nach der Domfestspielsaison zu den Festspielen nach Schwäbisch Hall.

Erwachsen werden und erwachsen sein bedeute, sich bewusst zu machen, was man tut, erklärte der Intendant. Die Stücke sollen dem Publikum einen Perspektivwechsel ermöglichen. Er stellte die Stücke vor, die in Schweden, Russland, Griechenland und Frankreich spielen:

Michel aus Lönneberga

Das Kinderstück (Premiere am 28. Mai) wird nach Dolls Worten vom Regisseur Tim Egloff, der erstmals in Bad Gandersheim inszeniert, ziemlich anarchisch angelegt. Auch beim Bühnenbild sollten die Besucher keinen Nachbau eines schwedischen Dorfs erwarten.

Der Kirschgarten

Die Komödie von Anton Tschechow inszeniert der Intendant selbst. Nach der Inszenierung von Shakespeares „Wie es euch gefällt“ sei das Anfang des 20. Jahrhunderts spielende Stück um eine hoch verschuldete Gutsbesitzerin ein ziemliches Kontrastprogramm. Denn anders als bei Shakespeare sprächen die vielschichtigen Figuren von Tschechow vieles nicht aus und oftmals auch aneinander vorbei.

Highway to Hellas

Das Musical, das Doll zusammen mit den Autoren der bereits verfilmten Vorlage, Moses Wolff und Arnd Schimkat, sowie dem musikalischen Leiter der Festspiele, Heiko Lippmann, geschrieben hat, verspricht leichte Unterhaltung. Komponist Lippmann kündigte an, dass das Musical, das eine Uraufführung ist, musikalisch keine Folkloreshow werde. „Wer einen Sirtaki erwartet, wird an einer Stelle überrascht und einen bekommen“, kündigte er an.

In dem Musical geht es um einen deutschen Bankangestellten, der auf einer griechischen Insel nach dem Verbleib eines Kredits forscht.

Die drei Musketiere

Mit dem Stück nach dem berühmten und vielfach verfilmten Roman von Alexandre Dumas dem Älteren gehen die Domfestspiele an die Grenze dessen, was sie leisten können. 19 Darsteller müssen 150 Rollen verkörpern.

Regisseur Craig Simmons verspricht ein Actionstück mit Popmusik. Das Mantel- und Degenstück, das sich unter anderem um das Erwachsenwerden des jungen D’Artagnan drehe, werde sprachlich etwas entstaubt. Auch sollen die barocken Kostüme nur angedeutet werden.

Intendant Doll freut sich besonders, Franziska Becker für die Rolle der Milady de Winter gewonnen zu haben, die schon in mehreren großen Musicalproduktionen engagiert war. Doll hat mit ihr gemeinsam in Wuppertal Theater gespielt. Es war sein erstes Engagement als Schauspieler.

Beginn am 2. Juni

Die Domfestspiele beginnen am Donnerstag, 2. Juni (Premiere des Kinderstücks bereits am 28. Mai) und enden am 24. Juli. Ticktes und weitere Informationen gibt es online unter www.gandersheim-domfestspiele.de.

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