Gemeinderat: Die Grundschule Düderode soll bleiben

Grundschule Düderode: Die Schließung ist zunächst vom Tisch. Foto: Jelinek

Düderode. Die Grundschule Düderode soll dauerhaft weiter betrieben werden. Das beschloss der Gemeinderat von Kalefeld im Beisein von rund 40 Zuhörern in einer Sondersitzung in der Auetalhalle in Willershausen.

Das Votum über die so genannte „Nichtaufhebung der Schule“ fiel mit 14 Ja-Stimmen von CDU, SPD und Grünen, drei Nein-Stimmen der Freien Wählergemeinschaft und der Enthaltung von Bürgermeister Jens Meyer (SPD).

Mit der Entschließung des Gemeinderates drei Wochen vor den Kommunalwahlen am 11. September hat die Bürgerinitiative zum Erhalt der Grundschule einen wichtigen Erfolg errungen. Ob der Beschluss jedoch tatsächlich dauerhaft sein und im neuen Gemeinderat Bestand haben wird, muss abgewartet werden. Bislang hieß es, der Mietvertrag mit dem Landkreis Northeim für das Schulgebäude solle bis 2019 verlängert werden.

Zweifel an Dauerhaftigkeit

Nach einer Verwaltungsvorlage sind die Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Ratsbeschlusses insbesondere in drei Gründen zu suchen:

• Die Entwicklung der Schülerzahlen ist trotz des Zuzugs von Flüchtlingsfamilien nicht gerade üppig. Die Zahl von derzeit rund 200 Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde soll auf rund 170 in den 2020er Jahren zurückgehen.

• In einem Gespräch mit der Gemeinde hat der Landkreis als Kommunalaufsicht mit Blick auf den Entschuldungsvertrag mit dem Land Niedersachsen deutlich gemacht, dass die beiden Grundschulstandorte in Echte und Düderode von der Gemeinde nur weiterbetrieben werden können, wenn die Gemeinde diese finanzielle Last an anderer Stelle kompensiert.

Rotstift oder Einnahmen

Das heißt im Klartext, sie muss im Haushalt entweder massiv den Rotstift ansetzen oder sie muss die Einnahme signifikant erhöhen. Beides dürfte politisch schwer durchsetzbar sein. Dazu kommt, dass die Gemeinde noch erhebliche Kosten für die Inklusion stemmen muss.

• Die dritte Hürde ist der niedersächsische Rechnungshof. Er hat angemahnt, die Wirtschaftlichkeit von kleinen Grundschulen zu betrachten.

Der Kalefelder Gemeindebürgermeister Jens Meyer, der sich nach einer Operation am Arm unter Schmerzmittel stehend in der Sitzung auffallend zurückhielt, sagte am Folgetag, er erwarte aufgrund des Beschlusses schwierige Verhandlungen mit dem Landkreis und Hannover. „Das Ergebnis ist offen.“

Die nächste Runde in Sachen Schuldiskussion gibt es am Dienstag, 30. August, um 19.30 Uhr in der Grundschule Echte, wenn der Schulausschuss der Gemeinde Kalefeld zusammentritt. (zhp)

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