Alle Glastüren gesplittert

Klos nicht mehr abschließbar: Hilfe für Hardegser Halle nötig

Erheblicher Sanierungsbedarf: Sämtliche Glastüren im Umkleidebereich der Hardegser Turnhalle sind gesplittert. Fotos: Mönkemeyer

Hardegsen. Die Stadt Hardegsen schiebt bei der Turnhalle einen Sanierungsstau von 800.000 Euro vor sich her. Der Zustand der Räumlichkeiten ist nicht nur schlecht, sondern bedauernswert.

Als Hans-Jürgen Erkert zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder den Umkleidebereich der Hardegser Turnhalle betrat, weil er seinen Enkel zum Basketballtraining begleitete, traf er dort viele alte Bekannte: abgeblätterte und beschmierte Kabinentüren, die in den Angeln hängen und nur mit großem Kraftaufwand bewegt werden können, Toilettentüren, die sich nicht mehr abschließen lassen und Glastüren, die zersplittert sind.

Der bedauernswerte Zustand des Umkleidebereichs sei schon seit vielen Jahren bemängelt worden, sagt Erkert, der 14 Jahre lang Vorsitzender des Hardegser Sportvereins war und heute Ehrenvorsitzender ist. „Aber ich hätte nicht gedacht, dass es hier immer noch so aussieht. Immerhin sind hier bei Heimspielen regelmäßig Sportler aus anderen Kommunen zu Gast. Das ist doch peinlich.“

In der jüngsten Sitzung des Hardegser Ausschusses für Schule, Sport und Kultur nutzte er die Gelegenheit, das Thema in der Bürgerfragestunde anzusprechen, insbesondere, weil dort angekündigt wurde, dass auch im neuen Haushalt kein Geld für Sanierungsarbeiten im Umkleidebereich der Halle vorgesehen ist. Lediglich 10.000 Euro für Instandsetzungsarbeiten sollten zu Verfügung gestellt werden. Dieser Betrag ist inzwischen auf 20.000 Euro aufgestockt worden, wobei die Stadt allerdings derzeit davon ausgeht, dass insgesamt 800.000 Euro in die Halle investiert werden müssten, um alle Mängel zu beseitigen.

„Es ist aber nicht so, dass wir in diesem Jahr nur diese 20.000 Euro in die Halle stecken werden“, betont Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser. Dank Zuwendungen über das Kommunal-Investitionsfördergesetz in Höhe von 146.000 Euro werde die Stadt insgesamt 158.700 Euro für energetische Sanierungsmaßnahmen am gesamten Gebäudekomplex einschließlich Schule ausgeben.

Natürlich wünsche man sich da mehr, räumte Kaiser in der Ausschusssitzung ein, verwies aber auf die angespannte finanzielle Situation der Stadt. „Bei weiteren Ausgaben wäre die Genehmigung des Haushalts durch den Landkreis Northeim gefährdet. Und das könnte unter Umständen die Folge haben, dass uns noch ganz andere Sparzwänge auferlegt werden.“

Bezüglich der Zustände im Umkleidebereich werde er demnächst ein Gespräch mit Vertretern der Sportvereine führen, kündigt Kaiser an. „Da müssen wir uns dann auch über die Themen Vandalismus, Aufsichtspflicht und Haftung unterhalten. Denn klar ist, dass die Schäden nicht von Schulkindern während des Sportunterrichts verursacht worden sind. “

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