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Helios Krankenhaus Herzberg will Abteilungen ausgliedern

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Durch diese Sparmaßnahmen werden Qualitätsverluste befürchtet. Auch Arbeitsplätze könnten betroffen sein.

Herzberg. Die Geschäftsführung der Helios-Klinik Herzberg will zum 1. Juli die Abteilungen IT, Medizintechnik, Betriebstechnik, Empfang und Küche in Servicetöchter ausgliedern. Dazu war am Donnerstag eine Betriebsversammlung anberaumt worden. Die gut besuchte Versammlung, auf der alle Berufsgruppen vertreten waren, forderte in einer Resolution die Geschäftsführerin auf, die geplanten Ausgliederungen umgehend zu stoppen.

Verdi-Sprecher Jens Havemann: „Nach unseren Erfahrungen mit Helios-Kliniken ist das erst der Anfang. Andere Abteilungen wie das Labor, die Physiotherapie, die Materialwirtschaft und Verwaltungsbereiche werden schnell folgen und auch Ärzte und Pflegekräfte werden die Helios Strategien zur Gewinnmaximierung zu spüren bekommen.“

Die Arbeitnehmerseite befürchtet, dass es durch Sparprogramme zu einer Qualitätsverschlechterung in der Patientenversorgung kommen wird. Auch die Qualität der Arbeitsplätze sehen Gewerkschaft und Betriebsrat insgesamt in Gefahr. Aktuell betroffen sind beispielsweise langjährig Beschäftigte, die zum Teil seit über 40 Jahren in der Gesundheitsversorgung arbeiten

Weitere Maßnahmen

Die Erfahrungen der Gewerkschaft und anderer Arbeitnehmervertreter im Helios Konzern, zu dem auch die Northeimer Klinik gehört, mit solchen Abspaltungen seien eindeutig. Werner Prange, Betriebsratsvorsitzender der Klinik: „Auch wenn Helios heute beteuert, keiner der Beschäftigten werde durch die Ausgliederung Nachteile erleiden, so vermuten wir, dass Helios genau dort in den kommenden Monaten den Hebel ansetzen wird.“

Wenn die Beschäftigten erst in Kleinstbetriebe ohne jeglichen Schutz von Betriebsräten überführt seien, werde der Druck auf die Arbeitsbedingungen losgehen. Erhebliche Lohnkürzungen stünden dann erfahrungsgemäß auf der Tagesordnung. (ajo)

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