Lindau: 250 Bürger setzen Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit

Lindau. Rund 250 Menschen haben in Lindau im Landkreis Northeim mit einem ökumenischen Friedengebet und einer anschließenden Kundgebung unter dem Motto „Lindau darf bunter werden“ ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und für Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen gesetzt.

Zeitgleich demonstrierten 100 Meter entfernt rund 65 Personen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Zu der Kundgebung hatte der zum rechtsextremen Spektrum gerechnete Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen aufgerufen, weil im früheren Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in der Ortschaft eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eingerichtet werden soll.

Nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Falkenhain verliefen beide Kundgebungen friedlich. Vorsorglich hatte die Polizei beide Kundgebungen räumlich getrennt. Allerdings kam es von beiden Seiten zu einigen kleineren verbalen Provokationen, die aber folgenlos blieben. Lore Exner, Sprecherin eines Bündnisses von Bürgerinnen und Bürgern, des Runden Tisches Flüchtlingshilfe, von Vereinen, Parteien und Kirchenvertretern, rief dazu, sich nicht gegen die Flüchtlinge zu wenden. Vielmehr müssten die Ursachen für die Bürgerkriege gestoppt werden. „Jeder hat das Recht, vor Krieg, Bombenterror und Hunger zu fliehen – und wir hier sind in der glücklichen Lage, Asyl und Hilfe jeglicher Art geben zu können.“

Pastor Harald Möhle erinnerte in seiner viertelstündigen Andacht in der katholischen Kirche Lindaus mit Blick auf die Flüchtlinge daran, dass sich Jesus Christus für die eingesetzt hat, die ausgegrenzt wurden. „Jesus hat Liebe und Mitmenschlichkeit praktiziert.“ Das bedeute nicht, dass man sich der Realität verweigere. Deutschland habe aber die Kraft und die Möglichkeiten, die Probleme zu bewältigen. Der Bürgermeister der Gemeinde Katlenburg-Lindau, Uwe Ahrens, nannte es toll, dass so viele Menschen an der Kundgebung teilnahmen. Zu ihnen gehörten unter anderem Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, der Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne sowie die beiden Landratskandidaten Astrid Klinkert-Kittel und Bernd Garmissen. (zhp)

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