Opfer ist 83-jährige Rentnerin aus Kreiensen

Neue Masche: Betrügerin gibt sich als Staatsanwältin aus

Kreiensen. Eine 83-jährige Rentnerin aus Kreiensen hat nach zahlreichen Anrufen mehrere Tausend Euro in die Türkei überwiesen.

Die Rentnerin hatte am Dienstag mehrere Anrufe von Unbekannten erhalten, die sich als Staatsanwältin und als Polizist ausgegeben hatten. Letztendlich überwies die 83-Jährige in der Göttinger Filiale des Geldüberweisungsdienstleisters MoneyGram mehrere tausend Euro in die Türkei.

Am Dienstag hatte sich eine Frau bei der Rentnerin gemeldet und als Staatsanwältin aus Berlin ausgegeben. Sie sagte, die Rentnerin habe ein Gewinnspiel nicht ordnungsgemäß beendet und müsse nun eine Strafe in Höhe von mehreren tausend Euro zahlen. Bevor die Betrügerin auflegte, sagte sie noch, dass sie in dieser Sache ein Fax an die Kreiensener Polizei geschickt habe. Nachdem die Betrügerin aufgelegt hatte, meldete sich prompt ein weiterer Krimineller und gab sich als Polizist aus Kreiensen aus. Er teilte mit, dass er ein Fax aus Berlin erhalten habe und wiederholte die Aufforderung, die Strafe zu bezahlen. Nach diesem Gespräch meldete sich erneut die falsche Staatsanwältin und forderte unmissverständlich, dass die Strafe bezahlt werden müsse. Die Rentnerin ging daraufhin zu ihrer Bank und hob das geforderte Bargeld von ihrem Konto ab. Zu Hause angekommen, erhielt die 83-Jährige wieder einen Anruf, man habe ein Taxiunternehmen beauftragt habe, die Kreiensenerin nach Göttingen zu fahren. Die Rentnerin stieg wie befohlen in das wartende Taxi ein und fuhr nach Göttingen. Hier überwies sie mehrere tausend Euro in die Türkei.

Nach ihrer Rückkehr erhielt die 83-Jährige noch einen letzten Anruf der „Staatsanwältin“, in dem die Referenznummer der Überweisung abgefragt wurde. Danach meldeten sich die Kriminellen nicht mehr. Die Rentnerin bekam am Abend schließlich Zweifel und rief dann am Mittwochmorgen die Polizei an.

Die Polizei Northeim rät bei derartigen Anrufen, diese umgehend abzubrechen. Keine Staatsanwaltschaft, keine Polizei und keine andere deutsche Behörde fordert mündlich Geld ein. Nach Anrufen, bei denen Geld gefordert wird, sollten Betroffene Kontakt zu Verwandten, Nachbarn, Freunden oder der nächstgelegenen Polizeidienststelle suchen. „In einem kurzen Gespräch wird sich schnell herausstellen, dass es sich bei den Anrufern nur um Betrüger handeln kann“, sagte Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Insbesondere bei Auslandsüberweisungen sollten Betroffene hellhörig werden. Weitere Informationen gibt es bei der Polizei Northeim unter Tel. 05551 / 700 50.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.