Niedersächsische Kommunalwahl 2016

Kreiswahl im Kreis Northeim: SPD vor CDU - drittstärkste Partei ist AfD

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Wie setzt sich der neue Kreistag im Kreis Northeim künftig zusammen? Hier finden Sie das Endergebnis, Trends und Informationen.

Zuletzt aktualisiert um 11 Uhr. 

Die SPD ist im neuen Northeimer Kreistag mit 20 Mandaten vertreten, einem weniger als bisher. Auch die CDU hat mit 16 Mandaten künftig einen Sitz weniger. Die Grünen haben zwei Sitze verloren und haben nur noch drei Stimmen im Kreistag. Damit hat Rot-Grün keine Mehrheit mehr. Die FDP bleibt konstant bei vier Mandaten. Die GfE ist nur noch mit einem Abgeordneten im Kreistag (bisher zwei). Die Linke und Northeim 21 sind jeweils mit einem Angeordneten vertreten. Mit vier Mandaten neu im Kreistag ist die AfD.

Ergebnis der Kreiswahl im Kreis Northeim

2016

Sitze

2011

Sitze

Wahlbeteiligung

53,65%

50

56,80%

50

SPD

40,77%

20

42,92%

21

CDU

31,10%

16

32,98%

17

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

6,79%

3

9,85%

5

Freie Demokratische Partei

7,12%

4

6,46%

3

UWG Gemeinsam für Einbeck (GfE)

1,48%

1

3,22%

2

DIE LINKE.

2,17%

1

2,63%

1

Northeim 21

1,44%

1

1,53%

1

PIRATEN

-

-

0,41%

0

AfD

8,51%

4

-

-

NPD

0,62%

0

-

-

Kreiswahlen in Südniedersachsen

Gewählte Kandidaten für den Kreistag

SPD: Uwe Schwarz (Bad Gandersheim, 4784 Stimme), Frauke Heiligenstadt (Katlenburg-Lindau, 3933), Ulrich Minkner (Einbeck, 2034), Dr. Hermann Weinreis, Hermann (Uslar 1736), Rolf Metje (Einbeck, 1718), Ingrid Priesmeier (Dassel, 1539), Gudrun Borchers (Nörten-Hardenberg 1474), Simon Hartmann (Northeim, 1381), Achim Lampe (Dassel, 1286), Ludwig Binnewies (Northeim, 1162), Peter Traupe (Einbeck, 1018), Stefan Fiege (Bodenfelde, 1008), Frank Thiele (Northeim, 890), Uwe Lebensieg (Katlenburg-Lindau, 812), Nadine Seifert-Doods (Einbeck, 798), Christina Münder (Northeim, 712), Astrid Steinhoff (Bad Gandersheim, 541), Joachim Suffrian (Moringen, 539), Heidi Emunds (Uslar, 442), Annett Naumann (Hardegsen, 374).

CDU: Dr. Roy Kühne (Northeim, 4119), Dr. Bernd von Garmissen (Dassel, 2511), Werner Thiele (Nörten-Hardenberg, 2488), Beatrix Tappe-Rostalski (Einbeck, 1807), Joachim Stünkel (1755), Dirk Ebrecht (Einbeck, 1676), Karl-Heinz Hagerodt (Northeim, 1438), Timo Dröge (Bad Gandersheim, 1437), Rudolf Hermes (Bad Gandersheim, 1421), Tobias Grote (Katlenburg-Lindau, 1192), Hans-Dietmar Kreitz (1165), Gerd Kimpel (Uslar, 941), Jens Wolkenhauer (Moringen, 935), Günther Kelter (Dassel, 802), Heiner Hegeler (Northeim, 709), Christel Eppenstein (Kalefeld, 563).

Bündnis 90 / Die Grünen: Karoline Otte (Moringen, 693), Karen Pollok (Northeim, 631), Johannes Antpöhler (Bad Gandersheim, 504).

FDP: Christian Grascha (Einbeck, 1685), Tobias Schnabel (Northeim, 1363), Irnfried Rabe (Northeim, 1180), Dr. Christian Eberl (Nörten-Hardenberg, 616).

GfE: Marc Hainski (Einbeck, 474).

Die Linke: Rainer Otto (Bad Gandersheim, 153).

Northeim 21: Lothar Baumelt (Moringen, 282).

AfD: Maik Schmitz (Northeim, 740), Dirk Küpper (696), Jens Kestner (Northeim, 548), Manfred Schön (Nörten-Hardenberg, 453)

Allgemeine Wahlanalyse

Die Alternative für Deutschland (AfD) wird künftig im Northeimer Kreistag mit vier Mandaten vertreten sein. Die als rechtspopulistisch geltende Partei schafft außerdem voraussichtlich bei den Kommunalwahlen am Sonntag in allen Kommunen des Landkreises Northeim, in denen sie angetreten war, den Sprung in die Räte.

Ausgehend von den Stimmenanteilen, die die AfD auf Kreisebene in den sechs Städten und Gemeinden erreicht, in denen sie antrat, zeichnet sich ab, dass die Petry-Partei künftig auch in den Stadt- und Gemeinderäten von Northeim, Einbeck, Dassel, Bad Gandersheim, Nörten-Hardenberg und Katlenburg-Lindau vertreten sein wird.

Für den Kreistag (50 Mandate) reichen etwa zwei Prozent der Stimmen, um ein Mandat zu erringen, bei den Städten und Gemeinden je nach Anzahl der Ratssitze zwischen drei und fünf Prozent.

Bei der Kreistagswahl mussten alle bisher im Kreistag vertretenen Parteien Federn lassen, am stärksten allerdings die Grünen. 2011 profitierten sie von der Reaktor-Katastrophe im japanischen Fukushima. Die Stimmung damals bescherte ihnen 9,9 Prozent. Dieses Niveau konnten sie nicht halten.

Die beiden großen Parteien, SPD und CDU, mussten dagegen nur geringere Verluste hinnehmen. Die SPD wird bei der Kreistagswahl offenbar in allen Städten und Gemeinden stärkste Kraft. Vor fünf Jahren hatte die CDU in Uslar in die sozialdemokratische Phalanx einbrechen können.

Liveticker zum Nachlesen

+++ 21.35 Uhr +++

"Das ist ein ganz normales Ergebnis für unseren Kreis, und das freut mich natürlich“, sagt SPD-Unterbezirkschef Uwe Schwarz. Die SPD sei wieder klar stärkste Kraft im Northeimer Kreistag und habe nur wenig verloren. "Das hätte angesichts der politischen Großwetterlage auch anders sein können." Ausschlaggebend für den Erfolg der SPD sei ein guter Wahlkampf und die Tatsache gewesen, dass man mit Astrid Klinkert-Kittel eine Landrätin habe platzieren können, die im Landkreis gut ankomme.

+++ 21.20 Uhr +++

"Wir freuen uns darüber, dass wir unser Ergebnis leicht verbessert haben und im neuen Kreistag wohl vier statt drei Mandate haben werden“, kommentierte Christian Grascha, Kreisvorsitzender der FDP am Abend die Kreistagswahl. Dass die AfD ihr Wahlziel mit einem einstelligen Ergebnis verfehlt hat, ist aus Sicht Graschas zu begrüßen.

+++ 21:05 Uhr +++

 "Unser Ziel, den Vorsprung von Rot-Grün im Kreistag zu verkleinern, haben wir leider nicht erreicht“, sagt Malte Schober, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes. Ansonsten sei die CDU aber zufrieden, ihr Ergebnis von vor fünf Jahren in etwa gehalten zu haben – insbesondere vor dem Hintergrund des Abschneidens der AfD.

+++ 20.55 Uhr +++

Die Grünen äußern sich gefasst zum sich abzeichnenden Wahlergebnis von 6,5 Prozent: Wir sind froh über das stabile Ergebnis“, sagt Detlef Rengshausen, Sprecher des Grünen Kreisvorstandes. Einen Fukushima-Effekt habe es diesmal nicht gegeben, erklärte er die Verluste. „Koalitionen zu finden wird nicht einfach sein“, blickte er außerdem voraus. Enttäuschend sei, dass eine undemokratische Partei in den Kreistag einziehe.

+++ 20.40 Uhr +++

Die AfD ist zufrieden mit ihrem abschneiden: "Acht bis neun Prozent, war das, was wir uns erhofft hatten“, betonte der AfD-Kreisvorsitzende Maik Schmitz Sonntagabend. „Wir sind 100-prozentig im Soll. Wir sind mega-zufrieden.“ Schmitz erwartet, dass seine Partei mit vier Mandaten im künftigen Kreistag vertreten sein wird. Für den Northeimer Stadtrat geht er von drei Sitzen aus.

+++ 19 Uhr +++

Nach Auszählung von 12 von 232 Wahllokalen liefern sich SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide liegen bei 36 Prozent. Die AfD liegt mit mehr als sieben Prozent auf Platz 4 (vor den Grünen). Und 14 Stimmen für die NPD sind bisher gezählt worden (0,14 Prozent).

+++ 18.40 Uhr +++

Die ersten beiden Wahllokale für die Northeimer Kreistagswahl sind ausgezählt. Dabei zeigt sich das bekannte Bild: Die SPD ist die stärkste Partei, CDU auf Platz zwei.

+++ 18 Uhr +++

Die Wahllokale haben geschlossen, die Auszählung beginnt. In Nörten-Hardenberg werden zuerst die Stimmen der Bürgermeisterwahl ausgezählt. In allen anderen Städten und Gemeinden beginnt die Auszählung mit der Kreistagswahl.

+++

Der Kreistag ist oberstes Organ eines Landkreises. Die Mitglieder des Kreistags sind zuständig für alle relevanten Entscheidungen auf Kreisebene. Bei Kommunalwahlen gibt es keine Fünf-Prozent-Hürde, so dass auch Parteien mit geringem Stimmenanteil die Chance auf einen Sitz haben.

Die Mitglieder des Kreistags werden alle fünf Jahre gewählt. Bei der Kommunalwahl gibt es für jede zu wählende Bürgervertretung einen Stimmzettel. So werden in Städten und Gemeinden beispielsweise der Kreistag und der Stadt- bzw. Gemeinderat gewählt sowie im Kreis Göttingen ein Landrat und in Nörten-Hardenberg der Bürgermeister. In einigen Kommunen gibt es darüber hinaus noch Ortsratswahlen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Kommunalwahl in Niedersachsen gibt es hier

Zusätzlich zu den Kreiswahlen werden im Landkreis Northeim noch die Gemeinde- und Stadträte sowie teilweise Ortsräte gewählt. In Nörten-Hardenberg wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Eine Übersicht über alle Kommunalwahlen gibt es hier.

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