Zahl der Landwirte sinkt deutlich

Milchbauern im Kreis Northeim fürchten um Existenz

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Milch wird teurer: Die Landwirte im Kreis Northeim profitieren davon aber nur stark verzögert. 

Northeim. Auch wenn die Preise für Milch deutlich gestiegen sind: Die Landwirte im Kreis Northeim spüren das wenn überhaupt nur verzögert. Die Zahl der Milchviehbetriebe sinkt stetig weiter.

Kunden spüren es im Supermarkt täglich: die Milch ist teurer geworden, bis zu 20 Cent mehr sind je Liter fällig. Diese Preiserhöhung kommt bei den Milchbauern in der Region aber nur sehr verzögert an - die Zahl der Milchbauern sinkt deutlich.

Für die Milcherzeuger war 2016, geprägt durch stets niedrige Milchpreise um 25 Cent pro Liter eine finanzielle Strapaze, berichtet Gerhard Rudolph, Geschäftsführer vom Landvolk Northeim-Osterode. Das Deutsche Milchkontor, dem die meisten Bauern aus dem Kreis liefern, zahlt seit November 30 Cent je Liter. „Das ist für die Betriebe aber noch nicht kostendeckend“, sagt Rudolph. Wie viel Cent je Liter ein Betrieb benötigt, um kostendeckend arbeiten zu können, variiere deutlich, oberhalb von 35 Cent müsse der Liter jedoch liegen.

Die lange Tiefpreisphase habe dazu geführt, dass die Europäische Union für die Milchbauern ein Milchprogramm für das letzte Quartal 2016 eingeführt hat. Die Teilnehmer verpflichten sich, weniger Milch zu liefern als im Vorjahresquartal. Für jedes im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verringerte Kilo erhalten die Bauern eine Beihilfe von 14 Cent. Das Geld werde allerdings auch erst 2017 ausgezahlt und sei eine finanzielle Herausforderung insbesondere für kleinere Betriebe. Wie effizient dieses Programm sein wird, das zur Stabilisierung der Milchpreise beitragen soll, wisse man zudem noch nicht.

Die starken Preisschwankungen, die teils an der Liquidität der Betriebe kratzen, sowie zunehmend verschärfte Tierschutzauflagen werden auch künftig Betriebe zum Aufgeben bewegen, die eigentlich noch einige Jahre weiterproduziert hätten, prognostiziert Rudolph. Diesen Trend bestätigt das Landesamt für Statistik auf HNA-Anfrage. Gab es im Mai 2014 noch 142 Betriebe mit 7382 Milchkühen im Kreis Northeim, waren es im Mai 2016 nur noch 131 mit 6969 Kühen.

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