Ortsrat von Ellierode verärgert über Automaten an einer Schulbushaltestelle

Ist Zigarettenautomat Gefahr für Kinder?

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Glimmstängel an der Haltestelle: Ellieröder Ortsrat und Eltern möchten, dass der Zigarettenautomat hier wieder verschwindet.

Ellierode. Ein Zigarettenautomat hat an einer Schulbushaltestelle nichts zu suchen. Darin sind sich die meisten Einwohner der Hardegser Ortschaft Ellierode einig.

Die Tatsache, dass die Stadt Hardegsen im Rahmen der Neugestaltung der Haltestelle eine öffentliche Fläche für die Aufstellung eines Automaten zur Verfügung gestellt hat, sorgt derzeit für viel Unmut und stößt insbesondere bei den Ortsratsmitgliedern auf völliges Unverständnis.

„Wir sind nicht einmal im Vorfeld darüber informiert worden“, kritisiert Ortsbürgermeister Heinz Klinge die Vorgehensweise der Hardegser Stadtverwaltung. Und das sei ja wohl das Mindeste, was man hätte erwarten können. Schließlich sei es das Recht eines jeden Ortsrates, zu Entscheidungen bezüglich der Gestaltung der jeweiligen Ortschaft zumindest eine Meinung zu äußern. Dass hier der Verwaltungsausschuss einfach über den Ortsrat hinweg entschieden habe, sei ein weiteres Beispiel dafür, dass die Arbeit der Ortsräte offensichtlich nicht den Stellenwert habe, der ihm eigentlich zustehe.

Dass Kinder an modernen Automaten keine Zigaretten kaufen können, lässt Klinge nicht als Argument für den Standort an der Bushaltestelle gelten. „Fast überall ist Zigarettenwerbung verboten, warum sollte sie ausgerechnet an einer Schulbushaltestelle gewünscht sein?“

Die Entscheidung, eine städtische Fläche an der neuen Haltestelle in Ellierode für das Aufstellen eines Zigarettenautomaten zur Verfügung zu stellen, sei nicht optimal gelaufen, räumt Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser auf HNA-Anfrage ein.

Nachdem er sich in der jüngsten Sitzung des Ortsrats der Kritik zu diesem Thema gestellt hat, bittet er allerdings darum, „die Kirche im Dorf zu lassen“. Die Haltestelle werde keineswegs nur von Schülern, sondern auch von Erwachsenen genutzt. Außerdem gehe von einem Automaten, der nicht einmal von Kindern genutzt werden könne, nach seiner Überzeugung eine geringere Jugendgefährdung aus als von rauchenden Erwachsenen, die für Kinder eine Vorbildfunktion haben.

Kaiser: „Ich habe mir sagen lassen, dass es im Stadtgebiet auch Zigarettenautomaten in der Nähe von Feuerwehrhäusern geben soll, und da hat bislang auch niemand eine Gefahr für die Mitglieder von Kinder- oder Jugendfeuerwehren gesehen.“ Außerdem gebe es Zigaretten in jedem Supermarkt und an jeder Tankstelle, wo sie auch von Kindern gesehen werden.

Fakt sei, dass sich im Frühjahr ein Anbieter mit dem Wunsch an die Stadt Hardegsen gewandt hat, in den Ortschaften insgesamt elf neue Zigarettenautomaten aufstellen zu dürfen. Der Verwaltungsausschuss habe keinen Anlass gesehen, diesem Wunsch nicht zu entsprechen und dafür städtische Flächen gegen Bezahlung zur Verfügung zu stellen. Die entsprechenden Vereinbarung mit dem Anbieter ist laut Kaiser bis Ende 2017 befristet. 

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