Mehr Kinder werden in Pflegefamilien betreut

Gemeinsam mit den Eltern ein Buch lesen: Für viele Kinder ist das nicht selbstverständlich. Pflegefamilien können Kindern aus schwierigen Verhältnissen Geborgenheit und geregelte Alltagsstrukturen geben. Foto: dpa

Northeim. Der Bedarf an Pflegefamilien im Landkreis Northeim ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

So werden immer wieder Familien oder Ehepaare gesucht, die bereit sind, ein Kind bei sich aufzunehmen. Zuständig dafür ist der Fachbereich Kinder, Jugend und Familien des Landkreises Northeim, der im vergangenen Jahr 196 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien betreut hat. Ihre Zahl hat sich stetig erhöht, von 167 im Jahr 2012, auf 176 im Jahr 2013 und 197 im Jahr 2014.

„In den letzten Jahren hat ganz bewusst ein signifikanter Ausbau der Pflegeverhältnisse im Landkreis Northeim stattgefunden“, erläutert Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Diese Entwicklung solle grundsätzlich weiter verfolgt werden.

Neben dem Jugendamt des Landkreises gibt es zwei freie Träger, die Pflegefamilien akquirieren und betreuen: die Jugendhilfe Südniedersachsen und das Albert-Schweitzer-Familienwerk. Letzteres betreut aktuell 37 Kinder in 26 Pflegefamilien.

„Wir arbeiten eng mit dem Landkreis zusammen“, sagt Ulrike Pache vom Albert-Schweitzer-Familienwerk in Moringen. „So fragt das Jugendamt bei uns an, wenn ein Kind in eine Familie vermittelt werden soll.“ Alle Kinder, die vom Familienwerk betreut werden, haben aufgrund ihrer persönlichen Vorgeschichte einen erhöhten Förderbedarf und benötigen besondere Unterstützung, zum Beispiel von Therapeuten.

„Bei uns gibt es ein aufwändiges Bewerber-Verfahren“, erklärt Pache. „Dabei lernen die Interessenten andere Pflegeeleltern kennen und es wird in Einzegesprächen geprüft, ob sie für die Aufgabe geeignet sind.“ Familien, die Kinder aufgenommen haben, werden regelmäßig von den Mitarbeitern besucht. Es gibt monatliche Treffen und Gruppenabende mit anderen Pflegeeltern sowie gemeinsame Freizeitangebote. „Wir suchen immer neue Familien, weil der Bedarf natürlich nicht planbar ist“, so Pache. (jus)

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