Patienten besorgten sich UMTS-Sticks

Maßregelvollzugszentrum Moringen bezieht Stellung zu Kinderpornografie-Fällen

Das Maßregelvollzugszentrum: 370 psychisch kranke Straftäter sind in der im Zentrum von Moringen gelegenen Einrichtung untergebracht. Foto:  Rampfel

Moringen. Patienten des Maßregelvollzugszentrums (MRVZN) in Moringen haben keinen legalen Internetzugang. Das hat der Leiter, Dr. Dirk Hesse, im Gespräch mit der HNA betont. Zwar hätten etwa 150 Patienten eigene Computer, aber ohne Internetzugang. Allerdings hätten sich Patienten UMTS-Sticks besorgt, um sich illegal Zugang ins Internet zu verschaffen.

Nachdem es Ermittlungen gegen Patienten des MRVZN wegen des Besitzes von Kinderpornografie gibt, war der Internetzugang für Patienten zum Thema geworden. Dabei widerspricht Hesse der Darstellung des Sprechers des Sozialministeriums in Hannover vom Dienstag vergangener Woche, dass Patienten unter strengen Auflagen mit ihren Rechnern Zugang ins Internet hätten.

Der einzige für Patienten zugängliche Computer mit Internetzugang befindet sich nach seinen Worten in der Patientenschule. Dort ist unter Aufsicht das Surfen im Netz möglich. Der Rechner ist an ein sogenanntes Smartboard angeschlossen, so dass alle im Raum sehen können, welche Internetseiten aufgerufen werden.

Die privaten Rechner der Patienten werden streng kontrolliert. Generell verboten sind CD-Brenner, erklärte Hesse. Auch technische Voraussetzungen für einen Internetzugang wie ein Modem dürfe der Rechner nicht besitzen. Die Größe der Festplatte sei begrenzt. Das alles werde kontrolliert und der Rechner versiegelt. „Die USB-Eingänge können allerdings nicht versiegelt werden“, betonte Hesse. Denn schon allein die Maus zur Bedienung eines Rechners werde dort angeschlossen.

Mit Hilfe von Hard- und Software des Landeskriminalamts können Mitarbeiter des MRVZN erkennen, ob irgendetwas an den Rechner angeschlossen wurde. Hesse: „Wenn der Patient keine plausible Erklärung liefern kann, gibt es therapeutische Konsequenzen.“ (ows)

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