Nein zum neuen Werk auf altem Standort

Blick aus der Vogelperspektive: Das Northeimer Asphalt-Mischwerk (Vordergrund) soll durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Im Hintergrund ist das Industriegebiet am Mittelweg zu sehen. Archivfoto: Gödecke

Northeim. Die geplante Modernisierung der Northeimer Asphaltmischwerkes stand bei der jüngsten Sitzung des Northeimer Bauausschusses im Mittelpunkt.

Als neue Eigentümerin der Anlage hatte die Firma Kemna aus Pinneberg für das Areal am Northeimer Sülbendweg die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 90 „Großer See“ und „Strandsee“ beantragt. Hintergrund ist, dass die immissionsschutzrechtliche Genehmigung zum 1. August 2018 ausläuft und das Unternehmen, das bundesweit 22 Mischanlagen betreibt und 1600 Mitarbeiter beschäftigt, zwei Millionen Euro in neue Technik investieren möchte.

Vertreter des Unternehmens erläuterten den Ausschussmitgliedern das Vorhaben und betonten, dass man den Standort Northeim auf den neuesten Stand der Technik bringen möchte. Dazu soll die Anlage komplett demontiert und durch eine leistungsfähigere und in geschlossener Bauweise errichte Konstruktion ersetzt werden. Ziel sei es, den Betrieb des Standortes für die nächsten 20 Jahre zu sichern. Derzeit wird die Anlage nicht genutzt.

Nach lebhafter Diskussion sprach sich der Bauausschuss einstimmig gegen den Antrag aus. Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser hatte im Ausschuss für die Zustimmung geworben und das unter anderem damit begründet, dass es seitens des Gewerbeaufsichtsamtes Göttingen keinerlei Einwände gegen eine neue, moderne Anlage gebe.

Darüber hinaus verwies der Verwaltungs-Chef darauf, dass es auch im Interesse des dort angesiedelten Kiesabbauunternehmens wäre, wenn das Asphaltwerk in unmittelbarer Nachbarschaft als Abnehmer erhalten bliebe.

„Darum geht es doch hier gar nicht“, widersprach ihm Ausschussmitglied Eckhard Ilsemann (FDP) in der Sitzung. Aufgabe des Ausschusses für Planen, Bauen und Umwelt sei es, solche Anträge im Hinblick auf die städtebaulichen Ziele der Stadt Northeim zu betrachten, betonte Ilsemann. Das sei bei der Erstellung der Verwaltungsvorlage überhaupt nicht berücksichtigt worden. Ilsemann verwies darauf, dass der Bereich, auf dem sich das Mischwerk befindet, im Bebauungsplan als Naherholungsgebiet ausgewiesen ist. „Wenn wir jetzt hier einer Ausnahme zustimmen, blockieren wir uns für die nächsten 20 Jahre die Entwicklung in diesem Bereich.“ Im direkt nebenan befindlichen Industriegebiet am Mittelweg sei ein neues Asphaltmischwerk natürlich herzlich willkommen, betonte Ilsemann, denn da gehöre es hin.

Für die Firma Kemna ist das aufgrund der höheren Investitionskosten aber keine Alternative. Das machten die Unternehmensvertreter im Anschluss an die Diskussion deutlich.

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