Wolbrechtshauser Club bietet jetzt Unterricht an der Nörtener Johann-Wolf-Schule an

Platt auf dem Stundenplan

So sagt man das: Hannelore Thiele-Swinke bringt den Schülern Zahlen, Monate und einfache Sätze auf Platt bei. Bis zum Sommer wird das Sprach-Repartoire erweitert. Foto: Mennecke

Nörten-Hardenberg. Eine Geheimsprache, ein böser Wolf, zehn Kinder und ein Hauch von Karl dem Großen – was auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammengehörig erscheint, sind die Zutaten für die Arbeitsgemeinschaft Plattdeutsch.

Sie gibt es als neues Angebot an der Johann-Wolf-Schule in Nörten Hardenberg. Der Plattdeutsch-Club aus Wolbrechtshausen bietet den Schulunterricht „op platt“ an.

„Im Emsland, Südniedersachsen und hoch bis nach Mecklenburg-Vorpommern spricht man den gleichen Dialekt. Allerdings haben einzelne Dörfer ihr eigenes Platt“, berichtete Hannelore Thiele-Swinke vom Plattdeutsch-Club. So spräche man in Greene schon wieder anders als beispielsweise in Holzminden. Damit die Plattdeutsche Sprache, die zu Zeiten der Hanse laut Thiele-Swinke Weltsprache war, nicht in Vergessenheit gerät, sollen sie die Schüler an der Nörtener Schule jetzt lernen.

Zum Start der ersten Stunde gab es das Märchen Rotkäppchen. „Wenn die Schüler etwas nicht verstehen, können sie den Zusammenhang trotzdem verstehen, da jeder das Märchen kennt“, sagte Thiele-Swinke. Neben der Geschichte stehen Zahlen und Monate auf dem Programm der ersten Stunden. „

Das kann zu einer Geheimsprache zwischen Großeltern und den Enkeln werden, da viele Eltern gar kein Platt können“, sagte Rolf Gruschinski, Leiter des Plattdeutsch-Clubs. Ein ähnliches Projekt machen die Freunde der altdeutschen Sprache aktuell im Kindergarten Hevensen.

„Das Projekt ist erstmal auf die vierten Klassen beschränkt“, sagte Schulleiterin Regina Thomas. Ihr fällt immer wieder auf, dass sich die Jungen und Mädchen für die Sprache begeistern. „Im Dezember hatte sich der Plattdeutsch-Club bei uns vorgestellt, jetzt können wir mit dem Projekt, dass vorerst bis zu den Sommerferien läuft, starten“, sagte Thomas.

Was sagen die Kinder? „Ich verstehe schon alles“, sagten die Schüler ebenso wie „das ist spannend“. Sie freuen sich auf die nächste Woche. (kn)