Wurde erst im Januar eingerichtet

Ärzte: Servicestellen für Terminvergabe wieder abschaffen

Northeim. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen hat sich für die Abschaffung der Terminservicestellen ausgesprochen, die zum 25. Januar dieses Jahres erst eingerichtet worden waren.

Ziel war es, Kassenpatienten in dringenden Fällen innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt zu vermitteln (wir berichteten).

Nach gut einem Jahr sieht sich die Kassenärztliche Vereinigung angesichts der jetzt vorliegenden Zahlen in ihrer Kritik an der gesetzlichen Neuregelung bestätigt. „In den Monaten April, Mai und Juni sind über die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung insgesamt 7493 Termine an Patienten vermittelt worden“, beschreibt Dr. Christian Steigertahl, Vorsitzender des Northeimer Ärztevereins, die Situation. „Und davon haben 1413, also knapp 19 Prozent diese Termine nicht wahrgenommen.“ Das sei nicht nur für die Facharztpraxen, die diese Termine eingeplant haben und nicht anderweitig vergeben können, ein Problem, sondern auch für Patienten, die ohne Hilfe der Servicestelle nach einem Termin suchen.

Mit hohem finanziellen und bürokratischen Aufwand werde mit den Terminservicestellen im Gesundheitssystem eine „weitere regulatorische Instanz aufrechterhalten, die ein Problem lösen soll, das es gar nicht gibt“, heißt es hierzu in einer Pressemitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung.

Bislang seien allein 150.000 Euro an Telefonkosten von den Terminservicestellen ausgegeben worden, ergänzt Steigertahl, wobei in rund 48.000 Fällen nicht einmal die geforderte Dringlichkeit vorgelegen habe.

„In unserer Praxis haben wir bislang noch keinen Patienten über die Servicstelle vermittelt“, betont Steigertahl: „Wir telefonieren in dringenden Fällen mit den Facharztkollegen und machen die Termine selbst.“

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