Sechs Feuerwehreinsätze im Oktober

Fahrstuhl am Northeimer Bahnhof wird zur Falle

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Fahrt ins Ungewisse: Die Fahrstühle am Northeimer Bahnhof sind unzuverlässig. Die Deutsche Bahn will sie deshalb einer Generalüberholung unterziehen.

Northeim. In den störanfälligen Aufzügen am Northeimer Bahnhof bleiben immer wieder Personen stecken. Die Feuerwehr musste mehrfach ausrücken.

Sie sind die Problemkinder des erst vor zwei Jahren frisch sanierten Northeimer Bahnhofs: die Fahrstühle. Immer wieder muss die Feuerwehr ausrücken und eingeschlossene Personen befreien.

Alleine in diesem Oktober ist die Feuerwehr Northeim sechs Mal zum Bahnhof ausgerückt, berichtet Claudia Hiller, Pressesprecherin des Landkreises Northeim, als Träger der Einsatzleitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst, auf HNA-Anfrage.

Insgesamt kam es in diesem Jahr zu elf solcher Einsätze, bei denen jedoch nicht immer die Feuerwehr auch eingreifen musste, da die Personen sich teils selbst befreiten oder Passanten geholfen haben.

Die alarmierte Feuerwehr Northeim ist grundsätzlich innerhalb von sechs Minuten am Bahnhof und befreit die Eingeschlossenen. „Wir kommen an die Steuereinheit und öffnen die Türen. Bleibt der Fahrstuhl im oberen Drittel stecken, müssen wir ihn händisch hochkurbeln“, berichtet Jörg Schipper, Zugführer der Northeimer Feuerwehr. Innerhalb von einer halben Stunde ist der Einsatz meist beendet, anschließend wird der Fahrstuhl außer Betrieb gesetzt. „Die Bahn verständigt dann den Kundendienst“, sagt Schipper.

Bei der Pressestelle der Deutschen Bahn ist das Problem bekannt. „Die Aufzüge sind in der Tat sehr störanfällig“, sagt Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin im Regionalbüro Hamburg, auf Anfrage. „Leider ist aber auch oft Vandalismus die Ursache der Störungen, so dass eine Personenbefreiung notwendig ist“, heißt es weiter. Die Bahn will die Aufzugsprobleme mittels einer Generalüberholung in den Griff bekommen. Der genaue Zeitpunkt stehe allerdings noch nicht fest.

Grundsätzlich wolle die Bahn in ihrem Programm „Zukunft Bahn“ die Zuverlässigkeit der Aufzüge an ihren Bahnhöfen im kommenden Jahr deutlich erhöhen. Erreichen wolle man dies durch eine Ausweitung der Entstörbereitschaften auf Zweischicht- und Wochenendbetrieb. Außerdem sollen die Anlagen automatisiert in Echtzeit überwacht und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen optimiert werden. Damit sollen Störungen kurzfristig behoben werden können.

Größere Probleme gab es zuletzt im Dezember 2015 für eine Northeimerin, die mit ihrem Elektro-Rollstuhl auf dem Bahnsteig förmlich gestrandet war. Da der Fahrstuhl ausgefallen war, ihr Rollstuhl aber mit 150 Kilogramm zu schwer zum Tragen war, musste sie den Umweg mit dem nächsten Zug über Göttingen und anschließend mit einem Rollstuhltaxi nehmen. Die Kosten dafür hatte die Bahn übernommen.

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