Treffen jeden Sonntag

Rechter „Freundeskreis“ veranstaltet Mahnwachen in Northeim

Max-Planck-Institut Lindau. Foto:  Gödecke
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Soll Flüchtlingsunterkunft werden: Das Max-Planck-Institut in Lindau. Auch dort ist eine Mahnwache geplant.

Northeim. Die Stadt Northeim hat bereits die Genehmigung erteilt: Bis zum Jahresende will der extrem rechte Freundeskreis Thüringen-Niedersachsen Mahnwachen in Northeim abhalten.

Bei dem ersten Treffen am Sonntag ging es laut Polizei "ruhig, geordnet und diszipliniert" zu.

Teilgenommen hatten daran etwa 35 Personen. Das bestätigte gestern Günter Klinge, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes bei der Northeimer Polizei. Nach seinen Worten sei es in den Redebeiträgen am Sonntag unter anderem um die aktuelle Flüchtlingspolitik gegangen, außerdem wurde Kritik an dem Einsatz der Polizei in der Silvesternacht in Köln geäußert. Weiter hätten die Teilnehmer einige Grablichter aufgestellt.

Laut Klinge sei die Mahnwache „ruhig, geordnet und diszipliniert“ verlaufen. Nach 15 Minuten sei die Veranstaltung bereits wieder beendet gewesen. Wie der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen auf seiner Facebookseite schreibt, sind Mahnwachen dieser Art sonntags nicht nur in Northeim geplant, sondern weiterhin auch in Duderstadt und Heiligenstadt.

Außerdem plane man für Sonntag, 23. Januar, eine Mahnwache vor dem ehemaligen Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Lindau. Der Gebäudekomplex wird vom Land Niedersachsen derzeit auf seine Eignung als Flüchtlingsunterkunft geprüft.

In Duderstadt hält der „Freundeskreis“ bereits seit Anfang Dezember jede Woche sogenannte „Freiheitliche Bürgertreffs“ ab. Laut Evangelischem Pressedienst zögen nach Beobachtungen von Kritikern, wie der Grünen Jugend Göttingen, Veranstaltungen wie die Mahnwachen, bei denen laut Jungen Grünen massiv gegen Flüchtlinge „gehetzt“ werde, immer mehr organisierte Neonazis aus der NPD und den „Freien Kameradschaften“ an.

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