Fragen und Antworten zur Zukunft der vom Verfall bedrohten Häuser

Wie geht es weiter mit dem Northeimer Konzepthaus fürs Fachwerk-Fünfeck?

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Zur Sanierung vorgeschlagen: Die beiden Häuser Schaupenstiel 16 und 18 (vorn) sind die Konzept-Immobilie der Stadt Northeim für das Fachwerk-Fünfeck. Hier soll eventuell die Stadtbücherei Platz finden. F

Northeim. Sie stehen seit langem leer und sind vom Verfall bedroht, die beiden benachbarten Fachwerkhäuser am Northeimer Schaupenstiel neben dem Jugend- und Kulturzentrum Alte Brauerei.

Möglicherweise steht ihnen jedoch eine rosige Zukunft bevor. Dazu mehr in Fragen und Antworten:

Wie sollen die beiden Häuser gerettet werden?

Die Stadt Northeim hatte die beiden Gebäude, von denen das größere der Kreis-Sparkasse Northeim und das kleinere der Stadt gehört, schon Ende Mai als so genannte Konzept-Immobilie für das Fachwerk-Fünfeck vorgeschlagen.

Was ist denn eine Konzept-Immobilie?

Jede der fünf beteiligten Städte im Fachwerk-Fünfeck kann ein Gebäude als Konzepthaus benennen. Dabei handelt es sich jeweils um eine weitgehend ungenutzte Immobilie, für die, bezahlt vom Fachwerk-Fünfeck, ein Modernisierungs- oder Umnutzungskonzept erstellt wird. Ziel ist es, mit den Ideen einen Investor, Partner oder Fördertöpfe zu finden, mit deren Hilfe die Modernisierung umgesetzt werden kann.

Was steckt für die Stadt Northeim noch hinter dem Projekt?

Neben dem Erhalt der beiden mittelalterlichen Gebäude fürs Stadtbild könnte das städtische Medienzentrum mit der Stadtbücherei darin einen neuen Platz finden. Das Medienzentrum könnte dann auch enger mit dem Jugendzentrum zusammenarbeiten, so die Stadt.

Ist die Planung für das Projekt schon im Gange?

Ja, und das Interesse der Planer, ein Konzept für die Sanierung und Umnutzung zu erarbeiten, ist groß: Fünf Büros haben sich für die Planung beworben, verrät Juliane Hoffmann, Sprecherin des Fachwerk-Fünfecks, das seine Geschäftsstelle im Northeimer Rathaus hat. „Wir werden in den nächsten zwei Wochen den Auftrag vergeben“.

Und wie soll es dann weitergehen mit dem Projekt?

Hoffmann geht davon aus, dass die Planerstellung zwei bis drei Monate dauern wird. Sie soll neben baulichen Vorschlägen, wie die Häuser miteinander verbunden und entkernt werden können, auch eine Kostenschätzung umfassen. Interessant könne auch die Frage sein, ob sich die Anbauten und Freiflächen in den Hinterhöfen nutzen lassen.

Wer ist für die Umsetzung des Plans verantwortlich?

Liegt das Konzept, dessen geschätzt 15 000 Euro teure Erstellung zu 90 Prozent aus dem Topf des Förderprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ bezuschusst wird, vor, muss sich die Stadt Northeim um die Umsetzung kümmern. Laut Hoffmann hat die Stadt mit der Kreis-Sparkasse ein Abkommen über die gemeinsame Haus-Umnutzung geschlossen.

Was muss die Stadt dann als erstes angehen?

Die Fachwerk-Sprecherin: „Mit dem vorliegenden Konzept gilt es, Fördertöpfe für die Restaurierung und Umbau anzuzapfen.“

Gibt es schon eine Schätzung, wie teuer eine Sanierung wird?

Die Stadtverwaltung Northeim hat ganz grob schon einmal eine Zahl von etwa 500 000 Euro als Sanierungskosten errechnet.

Ist seit Mai schon etwas passiert in den Häusern?

Ja. Im Innern hat sich bereits ein Bauforscher umgesehen. Laut Fünfeck-Sprecherin hat er insbesondere geprüft, welche Wände und Balken im Innern erhalten werden müssen und was eventuell zur Entkernung und Verbindung beider Gebäude herausgenommen werden kann.

Wie kam die Stadt auf die Idee für das Konzepthaus?

Die Stadt hatte die beiden Fachwerkhäuser als Konzept-Immobilie fürs Fachwerk-Fünfeck auch deswegen vorgeschlagen, weil sie einen neuen Platz für das Medienzentrum mit der Stadtbücherei sucht. So könnte die Stadt jährlich 44 000 Euro Miete sparen, die sie bislang für das Haus am Medenheimer Platz an den Landkreis als Eigentümer zahlt.

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