Agentur und Jobcenter setzen auf Aktivierung und Fortbildung

Es gibt nur noch 33 Ein-Euro-Jobs im Kreis

Früher nutzte das Arbeitsamt vorwiegend das Instrument der Ein-Euro-Jobber, um die Arbeitslosigkeit nach unten zu drücken. Das ist Vergangenheit. Heute sorgen Orientierungs- und Fortbildungskurse für eine deutliche Reduzierung der Quote.

Erstmals seit fast 30 Jahren weist die Arbeitslosenquote im Kreis Northeim eine „5“ vor dem Komma auf. Ohne den Einsatz von arbeitspolitischen Maßnahmen wie Integrations-, Weiterbildungs- und Orientierungskursen wäre das jedoch nicht möglich. Rechnet man die Teilnehmer in solchen Kursen hinzu, dann läge die Quote nicht bei 5,9, sondern bei 7,6 Prozent.

Offiziell als arbeitslos gemeldet waren kreisweit Ende September 4149 Personen, 394 weniger als vor einem Jahr. Rechnet man die Frauen und Männer hinzu, die sich in Bewerbungstrainings oder Eignungsfeststellungen zur beruflichen Aktivierung (460 Personen) befinden oder die über 58 Jahre alt und über ein Jahr arbeitslos sind (199 Personen), dann erhöht sich die Zahl auf 4808 (Vorjahr: 20 weniger).

Schließlich gibt es auch noch Personen, die eine bezahlte Umschulung oder ein Fortbildungskurs machen (178), die sich unter anderem in Integrationskursen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge befinden (199), Arbeitslose die kurzfristig krank gemeldet sind (112), Personen mit Ein-Euro-Jobs (33) und Personen, die sich mit einem Gründungszuschuss selbstständig gemacht haben (30).

Zählt man alle Kategorien zusammen, dann kommt man einschließlich der regulär arbeitslos Gemeldeten auf aktuell 5362 Unterbeschäftigte im Kreis Northeim. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies dann nur einen Rückgang um 217 Personen.

Die Arbeitsagentur und das Jobcenter im Landkreis nutzen die oftmals über Monate laufenden Kurse zunehmend, wie die Statistik beweist. So stieg die Zahl der Personen in Integrationskursen gegenüber dem Vorjahr um 120. In den Aktivierungskursen sind 36 Menschen mehr untergebracht als vor einem Jahr.

Kaum noch eine Rolle spielen seit Jahren die so genannten Ein-Euro-Jobs im Landkreis. Ganze 33 Stellen sind derzeit gemeldet, neun weniger als vor einem Jahr.

Rubriklistenbild: © Agentur

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