Reformationstag soll präsent bleiben – Polizei warnt vor Clowns

Halloween: Kirche übt Kritik am Kürbisfest

Northeim. Die Kirchen stehen Halloween kritisch gegenüber. Während zunehmend Menschen das Kürbisgest feiern, gerät der eigentliche Feiertag, der Reformationstag, in den Hintergrund.

Für Jan von Lingen, Superintendent im Kirchenkreis Leine-Solling, ist Halloween, das auf das keltische Fest eines Totengottes zurück geht, längst nicht mehr eine Feier dieses Brauches. „Heute lässt Halloween die Kassen klingeln und lässt auch selbsternannte Gruselclowns ihr Unwesen treiben“, sagt von Lingen. Für die evangelischen Christen sei der 31. Oktober deshalb nicht Halloween, sondern Reformationstag. „Wir sagen nicht Halloween, sondern Hallo Luther“, betont der Superintendent. Die Menschen sollen sich daran erinnern, dass wir die heutigen evangelischen Kirchen dem Reformationstag zu verdanken haben. „Unsere heutige moderne Gesellschaft gründet auf vielen Erungenschaften der Reformation. Auf leuchtende Kürbisköpfe verzichte ich darum gerne.“

Kinder müssen nach Ansicht der Kirche auf den Halloween-Spaß allerdings nicht verzichten. Der Martinstag gebe Gelegenheit, mit der Laterne durch die Dunkelheit zu ziehen und Nachbarn zu besuchen - „und zwar ohne sie zu erschrecken“, sagt von Lingen.

Dieses Erschrecken kann strafrechtlich zu Problemen führen. Wer Menschen verfolgt, nötigt oder angreift, mache sich laut Polizei Northeim strafbar. Insbesondere, wenn der Erschreckte beispielsweise in Panik auf die Straße läuft und angefahren wird.

Eine verstärkte Polizeipräsenz gebe es aber nicht. „Durch den Medienhype ist eine Unruhe in der Bevölkerung entstanden, die nicht gut ist“, sagt Polizeisprecher Uwe Falkenhain. In Großstädten seien Straftaten in der Halloweennacht eher ein Problem, nicht aber bei uns. „Mit ruhigem Gewissen können wir aber kein Clownskostüm empfehlen“, sagt der Polizeisprecher.

Rubriklistenbild: © dpa

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