Jede Woche kommen 60 bis 70 Flüchtlinge im Kreis Northeim an

Wohnraum für Flüchtlinge: Eine Immobilienfirma hat in der Northeimer Südstadt 500 Wohnungen angekauft. 130 davon hat die Firma dem Landkreis für die Flüchtlingsunterbringung angeboten. Archivfoto: Schrader

Northeim. 1834 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis Northeim. Bis Ende März müssen weitere 434 aufgenommen und untergebracht werden.

Im Schnitt kommen jede Woche 60 bis 70 neue Flüchtlinge an. Das berichtete jetzt Sabine Nienhüser, Fachbereichsleiterin Soziales beim Landkreis Northeim. „Eine neue Zuteilungsquote gibt es Ende März. Erst dann erfahren wir, wie viele Flüchtlinge ab April zu uns kommen“, sagte sie. Bislang wurden alle Flüchtlinge dezentral untergebracht, sprich in vom Landkreis angemieteten Wohnungen, Häusern oder Unterkünften mit mehreren Wohneinheiten. So leben zum Beispiel im Haus der Integration in Wahmbeck derzeit 66 Personen, davon überwiegend Familien. Dort gibt es Platz für insgesamt 106 Personen.

Eine Immobilienfirma hat zudem in der sogenannten „Neuen Heimat“ in der Northeimer Südstadt 500 Wohnungen angekauft und davon zur Flüchtlingsunterbringung 130 zur Vermietung dem Landkreis angeboten. Dieser Firma gehören laut Nienhüser auch die Wohnungen im Bereich Tschaikowskistraße, in denen Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Für die weitere dezentrale Unterbringung der ankommenden Flüchtlinge ist Nienhüser noch zuversichtlich: Neben gut 60 Wohnungen, die dem Landkreis von Privatleuten angeboten wurden und die noch besichtigt werden müssen, gibt es unter anderem 30 Wohnungen, die sofort verfügbar wären.

aschumann@landkreis-northeim.de

Nienhüser freut sich zwar über das Kontingent an Wohnungen für Flüchtlinge im Kreis Northeim, sieht es aber auch als realistisch an, dass sie damit nicht längerfristig planen kann. Darum sei es auch schwierig, abzuschätzen, wie lange der Landkreis noch auf eine zentrale Unterbringung von Flüchtlingen verzichten kann.

„Wir erfahren immer erst sehr kurzfristig vom Land, wie hoch die neue Zuteilungsquote ist.“ Soll heißen: Wenn plötzlich 1400 statt 400 Flüchtlinge untergebracht werden müssen, treten nach ihren Worten Plan A bis D in Kraft: Plan A bedeutet die dezentrale Unterbringung, Plan B die Unterbringung in Sammelunterkünften, Plan C die Unterbringung in Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäusern oder anderen geeigneten öffentlichen Gebäuden sowie Plan D die Flüchtlingsunterbringung in Zelten.

Spätestens ab Plan B kommt Matthias Walbrecht ins Spiel. Er ist Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung beim Landkreis und damit zuständig für die zentrale Unterbringung der Flüchtlinge in Sammel- oder Notunterkünften, wie zum Beispiel in der ehemaligen Rainald-von-Dassel-Schule in Dassel. Dort sind laut Walbrecht 128 der insgesamt 250 Plätze belegt. „Wir gehen im Augenblick davon aus, dass es dort keine weiteren Zugänge geben wird“, sagt er. Doch genaue Prognosen sind auch hier nicht möglich.

Seine Kollegin Sabine Nienhüser legt Wert darauf, auch den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich überall im Landkreis für Flüchtlinge engagieren, zu danken: „Wir haben zum Glück keinen weißen Fleck mehr im Kreisgebiet. In jeder Stadt, in jeder Gemeinde helfen Menschen den neuen Mitbürgern.“

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