1. Startseite
  2. Lokales
  3. Northeim
  4. Northeim

Hohes Unfallrisiko: Jeder Zweite ignoriert Handy-Verbot beim Autofahren

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Northeim. Die Deutschen sind offensichtlich ziemlich ignorant: Trotz des bestehenden Verbots greifen viele während der Fahrt im Auto zum Handy und telefonieren - und zwar ohne Freisprecheinrichtung. Die Northeimer bilden da absolut keine Ausnahme.

Autofahrer, die ihren Blick während der Fahrt auf den Gegenverkehr richten, können das bestätigen. Sehr oft befindet sich eine Hand des Fahrers oder der Fahrerin mit dem Handy am Ohr. Die Vermutung, dass es sich dabei überwiegend um jüngere Verkehrsteilnehmer handelt, weist Dieter Armbrecht spontan zurück. „Das zieht sich gleichmäßig durch alle Altersgruppen“, sagt der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Northeim-Osterode.

Laut Statistik wird das Handy-Verbot von jedem zweiten Autofahrer zumindest hin und wieder missachtet. „Dabei ist das äußerst gefährlich, denn schon die kleinste Ablenkung kann fatale Folgen haben“, gibt Armbrecht zu bedenken.

Er verweist auf einen Verkehrsunfall, bei dem eine Frau im Bürgerholz zwischen Northeim und Hammenstedt zu Tode gekommen ist. Die Ermittlungen hatten ergeben, dass sie telefonierte, als es passierte. „Die Dunkelziffer, wie viele Verkehrsunfälle tatsächlich auf das Telefonieren während der Fahrt zurückzuführen sind, dürfte sich in Schwindel erregenden Höhen bewegen“, vermutet der Verkehrsexperte.

„Wer während der Fahrt telefoniert oder SMS öffnet oder gar versendet, ist einem siebenfach höheren Unfallrisiko ausgesetzt“, haben wissenschaftliche Studien ergeben. Auch andere Ablenkungen wie zum Beispiel das Anzünden einer Zigarette, vermindert die Aufmerksamkeit in ähnlicher Größenordnung.

Dieses Bewusstsein haben die Autofahrer noch nicht verinnerlicht. „Sie sind sich des Risikos einfach nicht bewusst“, schildert Armbrecht das tägliche Geschehen im Straßenverkehr. (ajo)

Auch interessant

Kommentare