Jugendhilfe hat 40 junge Flüchtlinge in Obhut

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Allein geflüchtet: Im Landkreis Northeim leben 40 minderjährige Flüchtlinge. 

Northeim. Die minderjährigen Flüchtlinge sind im Landkreis Northeim überwiegend in Wohngemeinschaften untergebracht.

Bei der Jugendhilfe Südniedersachsen sorgt ein Team aus Erziehern, Sozialpädagogen, Psychologen und anderen Berufen für die Geflüchteten.

Eine ganz wichtige Rolle bei der Betreuung der minderjährigen Flüchtlinge spielen laut Jugendhilfe-Geschäftsführer Jürgen Stierand die sogenannten Muttersprachler der Jugendhilfe, ehemalige Flüchtlinge, die als Dolmetscher fungieren. Sie seien wichtige Ansprechpartner für die Minderjährigen und rund um die Uhr erreichbar.

Stierand: „Die Muttersprachler bekommen sofort einen Zugang zu den Jugendlichen, beweisen ihnen, dass sie es bereits geschafft haben. Ohne die Dolmetscher läuft bei uns nichts.“

Denn ab und an gebe es halt auch Probleme mit den jungen Flüchtlingen, die überwiegend aus Afghanistan, Syrien, Somalia und Guinea stammen. Stierand: „Es ist doch klar, dass bei 400 betreuten Jugendlichen nicht alle nur brave Jungs sind.“

Und was sind das für Probleme? Geschäftsführer Stierand: „Notorisches Schulschwänzen, Schwarzfahren oder Drogenmissbrauch. Das sind dann diejenigen, die das Bild der Flüchtlinge in der Öffentlichkeit verzerren.“

Wenn diese „schwarzen Schafe“ keinen Rat annehmen, sich nicht helfen lassen wollen, müssen sie mit 18 Jahren in eine „normale“ Flüchtlingsunterkunft ziehen. 

Fragen und Antworten zum Thema

Welche Aufgabe hat die Jugendhilfe Südniedersachsen im Zusammenhang mit den minderjährigen Flüchtlingen?

Oberstes Ziel ist natürlich die Integration der jungen Menschen in die Gesellschaft. „Wir möchten, dass die jungen Leute hier irgendwann ein deutsches Leben führen. Natürlich mit ihrer eigenen Religion. Sie müssen aber lernen, dass es hier andere Geschlechterrollen gibt, als in ihrer Heimat, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte haben und sagen dürfen, was sie wollen“, sagt Jugendhilfe-Geschäftsführer Jürgen Stierand.

Die Betreuung ist übrigens in Paragraph III der UN-Kinderrechtskonvention geregelt: Jeder Jugendliche, der ohne Begleitung nach Deutschland kommt, muss betreut werden.

Bekommen die minderjährigen Flüchtlinge finanzielle Unterstützung?

Ja, natürlich. Die jungen Ausländer werden genau so behandelt, wie deutsche Jugendliche, wobei die Kosten der jungen Flüchtlinge höher sind, unter anderem durch die Betreuung, Verpflegung oder Pflege.

Wie lange dauert die Betreuung durch die Jugendhilfe?

So lange, bis die Jugendlichen selbst für sich sorgen können. Das ist meistens der Fall, wenn sie einen Schulabschluss haben und eine Ausbildung beginnen. Meist ist das im Alter von 21 der Fall.

Wie verbringen die jungen Flüchtlinge ihre Zeit im Landkreis Northeim?

Sie besuchen die Berufsbildenden Schulen in Northeim, nachmittags nutzen sie verschiedene Freizeitangebote. In Höckelheim spielen einige der jungen Männer inzwischen im Verein Fußball. Sport spielt für viele junge Flüchtlinge eine wichtige Rolle, sagt Jugendhilfe-Geschäftsführer Stierand.

Wo sind die jungen Flüchtlinge in Südniedersachsen untergebracht?

Neben den Wohngemeinschaften in angemieteten Häusern und Wohnungen sind die Jugendlichen, darunter vereinzelt auch junge Frauen, in Gastfamilien sowie in einer stationären Einrichtung der Auguste-Ahlborn-Stiftung in Göttingen-Weende untergebracht.

Dort leben junge Flüchtlinge und deutsche Jugendliche zusammen in einer Wohngruppe. 

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