Jugendliche Flüchtlinge kochen für gute Kontakte

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Grillen für die Gäste: Unser Foto zeigt einige der 14 jugendlichen Flüchtlinge, die in Höckelheim untergebracht sind, zusammen mit einigen Betreuern beim Zubereiten des Essens für das Willkommensfest.

Höckelheim. Ein Duft internationaler Küche zog am Freitag Nachmittag durch und um das Gemeindehaus in Höckelheim.

Nicht etwa professionelle Köche, sondern 14 Höckelheimer Neubürger, die als unbegleitete Minderjährige nach Deutschland geflüchtet waren und jetzt in der Northeimer Ortschaft leben, hatten anlässlich eines Willkomensfestes ein abwechslungsreiches Büfett mit Speisen aus ihrer Heimat vorbereitet. Vor dem Gemeindehaus wurden außerdem arabische Fleischspieße gegrillt.

Eingeladen zu dieser Veranstaltung, bei der das Kennenlernen im Mittelpunkt stand, hatte die Jugendhilfe Süd-Niedesachsen, die im gesamten Landkreis Northeim derzeit 38 junge Flüchtlinge betreut, darunter 14 allein in Höckelheim.

Wohngemeinschaften 

„Die jungen Männer leben hier in Wohngemeinschaften und bestreiten ihren Alltag weitestgehend selbstständig“, sagt Martina Schnabl, stellvertretende Vorsitzende der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen. „Nebenher besuchen sie die Berufsbildenden Schulen oder die Realschule in Northeim und nehmen an Sprachförderungs- oder Nachhilfe-Programmen teil.“ Darüber hinaus seien die Höckelheimer Neubürger mittlerweile in unterschiedlichen Sportvereinen aktiv, betont Schnabl.

Fußballtraining 

Einige haben auch schon am Training des örtlichen Fußballvereins teilgenommen und dabei ihr fußballerisches Können unter Beweis gestellt. „Da sind echt einige Talente dabei, die wahrscheinlich das Zeug haben, in höheren Klassen zu spielen“, sagt Ulrich Hillemann, der die erste Herrenmannschaft des SV Höckelheim trainiert.

Dass 14 Jugendliche, die aus Somalia, Syrien, Afghanistan, Guinea und dem Irak stammen, in so einem kleinen Ort wie Höckelheim auffallen und Fragen aufwerfen, sei ganz normal, sagt Schnabl. Klar sei aber, dass die Integration im ländlichen Bereich viel einfacher sei als in der Stadt.

„Wir hätten auch die Möglichkeit gehabt, die Jugendlichen in der Northeimer Südstadt unterzubringen, aber das war für uns keine Alternative, da sie dort mehr oder weniger unter sich geblieben wären“, sagt Schnabl. Hier in Höckelheim sei es für die jungen Männer einfacher, Kontakt zu den Einwohnern zu bekommen. „Und so mancher hat auch schon beim Nachbarn nebenan im Garten geholfen.“

Dass sich bei der Unterbringung von Flüchtlingen Fragen ergeben, sei völlig normal - die gebe es aber auch auf Seiten der Flüchtlinge - und darüber hinaus ein großes Interesse, ihre deutschen Nachbarn und deren Gepflogenheiten kennenzulernen. Das sei durch das Engagement der jungen Männer bei den Vorbereitungen für das Willkommensfest deutlich geworden. „Die Speisen aus ihrer Heimat haben sie in ihren Wohnungen selbst zubereitet.“

Torwandschießen 

Viele Höckelheimer nahmen die Einladung zum Willkommensfest wahr und nutzen die Gelegenheit, sich über die Flüchtlingsarbeit der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen zu informieren und ihre neuen Mitbürger in lockerer Atmosphäre einmal näher kennenzulernen. Neben Speisen und Getränken hatten die Organisatoren auch ein Torwandschießen und Kinderschminken vorbereitet.

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