Koffer zum Deutschlernen: Northeimer Idee macht landesweit Furore

Koffer auf: Schüler der Northeimer Förderschule am Wieter bei der Übergabe der Sprachlernkoffer. Das Bild zeigt von links Josefine (Schülerin), Birgit Eckhardt (Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen), Mikosch und Andy (beide Schüler), Antje Stegmann (Lehrerin), Christoph (Bundesfreiwilliger), Phillipp (Schüler) und Christine Huster (Geschäftsführerin der Werk-statt-Schule). Foto: privat/nh
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Koffer auf: Schüler der Northeimer Förderschule am Wieter bei der Übergabe der Sprachlernkoffer. Das Bild zeigt von links Josefine (Schülerin), Birgit Eckhardt (Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen), Mikosch und Andy (beide Schüler), Antje Stegmann (Lehrerin), Christoph (Bundesfreiwilliger), Phillipp (Schüler) und Christine Huster (Geschäftsführerin der Werk-statt-Schule).

Northeim. Eine Idee der Northeimer Werk-statt-Schule und der zu ihr gehörenden Förderschule am Wieter in Northeim erobert das Land Niedersachsen: ein Sprachlernkoffer speziell für Flüchtlinge, die Deutsch lernen wollen.

100 Exemplare eines solchen Koffers „made in Northeim“, prall gefüllt mit Büchern, Spielen und anderen Lehrmaterialien, werden künftig landesweit in den Mitgliedsverbänden des Paritätischen Wohlfahrtsverbands in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe eingesetzt.

Die Alu-Behälter wurden jetzt offiziell in Hannover an die Vorsitzende des Paritätischen, Birgit Eckhardt, übergeben.

Entwickelt wurde der Koffer im Rahmen eines Migrationsprojekts der Northeimer Werk-statt-Schule. Neben Büchern und Spielen sind darin auch Vokabelhefte und Schreib-Utensilien enthalten. „Das Konzept hat uns so begeistert, dass wir gleich 100 Koffer in Auftrag gegeben haben,“ lobte Birgit Eckhardt die Northeimer Initiative.

Zuständig für die Herstellung der Materialien und Befüllung des Koffers waren sieben Schüler der Werkstattklasse der Schule am Wieter. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Antje Stegemann waren sie mit zur Kofferübergabe nach Hannover gereist.

„Unser Werkraum war vollgestellt mit Kartons und Koffern“, berichtete die 15-jährige Josefine, die vor allem für das Sortieren der einzelnen Arbeitsblätter und farbige Kennzeichnen der Vokabelhefte zuständig war.

Philipp, 14, war fast drei Tage lang damit beschäftigt, 5000 fünf mal fünf Zentimeter große Kärtchen zum Buchstaben lernen zurechtzuschneiden. „Das hat schon Spaß gemacht, aber wurde mit der Zeit ein bisschen langweilig“, betonte er.

Andere Schüler wie der 16-jährige Minosch und der 17-jährige Andy sortierten Materialien und kontrollierten das richtige Befüllen der Koffer.

Die Kinder verteilten unter anderem 8000 Memory-Karten, 260 Stoffbeutel, 800 Bücher und je 100 Stifte, Radiergummis und Anspitzer in die Koffer. Ermöglicht wurde das Projekt unter anderem durch eine Spende, die aus einer NDR-Benefizaktion zugunsten der Flüchtlingsarbeit des Paritätischen Wohlfahrtsverbands stammt.

„Wir betrachten das Projekt Sprachlernkoffer als Hilfe zur Selbsthilfe und freuen uns, dass es durch die landesweite Verbreitung jetzt so eine Wertschätzung erhält,“ sagte Werk-statt-Schulen-Geschäftsführerin Christine Huster in Hannover.

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