Der Grund: Fehlende deutsche Sprachkenntnisse

Northeimer Jobcenter hat erst 18 Flüchtlinge vermittelt

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Northeim. Die Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit verläuft nur schleppend. Bisher wurden nach Auskunft des Northeimer Jobcenters erst 14 Personen, die das Asylverfahren durchlaufen haben und damit als Flüchlinge anerkannt sind, in eine Beschäftigung vermittelt. 

Vier weiteren hat das Jobcenter Ausbildungsplätze vermittelt. Größtes Handicap bei der Vermittlung sind laut des stellvertretenden Geschäftsführer des Jobcenters, Hans-Jürgen Schuldt, weiterhin fehlende deutsche Sprachkenntnisse.

417 Flüchtlinge, bei denen das Asylverfahren abgeschlossen ist, werden derzeit vom Jobcenter betreut. 98 von ihnen nehmen nach Schuldts Angaben an Fördermaßnahmen (von Integrations- bis Sprachkursen) teil. Nur knapp ein Drittel (31) davon verfügt über Sprachkenntnisse. Aber auch sonst bringen viele Flüchtlinge keine Ausbildung mit, mit der sie sofort vermittelbar wären, wenn die Sprachbarriere beseitigt ist. „Mindestens die Hälfte ist nicht richtig qualifiziert“, schätzt Schuldt.

Von den 417 Personen, die als Flüchtlinge anerkannt sind, kommen mehr als die Hälfte (223) aus Syrien. 21 stammen aus Eritrea, 51 aus dem Irak und sechs aus dem Iran. Ferner betreut das Jobcenter zwölf Flüchtlinge aus Russland und der Ukraine und 68 aus Balkanstaaten. Laut Schuldt sind nicht alle Flüchtlinge, die das Jobcenter betreut, erst in den vergangenen zwölf Monaten gekommen. Eine ganze Reihe sei schon deutlich länger da.

Anerkannte Flüchtlinge erhalten Hartz-IV-Leistungen und fallen in die Zuständigkeit des Jobcenters, das sie in Arbeit vermitteln soll, beziehungsweise fit machen muss für den Arbeitsmarkt.

Asylbewerber ohne Anerkennung als Flüchtlinge - im Landkreis Northeim sind das nach Angaben der Kreisverwaltung 1619 Personen -, erhalten (geringere) Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und werden nicht vom Jobcenter vermittelt.

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