Organspende: 80 Prozent würden spenden - Nur 15 Prozent haben einen Ausweis

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Organspende: Hier wird einem Menschen gerade ein Organ entnommen, das für eine kranke Person bestimmt ist. 

Northeim. Die Zahl der Organspender bleibt neben Göttingen auch im Landkreis Northeim konstant niedrig.

Das Thema Organspende ist nach mehreren Skandalen in Krankenhäusern wie Göttingen weit nach hinten gedrängt worden und stagniert auf einem relativ geringen Niveau. Diese bundesweite Tendenz gilt auch für den Landkreis Northeim.

Das Erstaunliche: Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wären 70 bis 80 Prozent der Deutschen bereit, nach ihrem Tod Organe und Gewebe zu spenden. Allerdings halten nur wenige ihre Entscheidung schriftlich fest oder teilen sie nahestehenden Menschen mit.

Dies geht am einfachsten mit einem Organspendeausweis, in dem man seinen eigenen Willen klar und unmissverständlich dokumentieren kann. Tatsächlich haben aber nur etwa 15 Prozent der Bürger einen solchen Ausweis.

„Die Zahl der Spenderausweise im Landkreis Northeim lässt sich aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht ermitteln, es gibt keinerlei Auskunftsgrundlage dieser höchstpersönlichen Entscheidung“, erläutert AOK-Sprecher Julian Bartels auf Anfrage der HNA.

Das Thema ist der Gesundheitskasse allerdings besonders wichtig. Deshalb wurden seit Ende 2015 alle AOK-Kunden per Mitgliedermagazin über die Organspende informiert und mit Ausweisen versorgt. Für den Bereich Einbeck/Northeim sind das laut Bartels 48 576 Versicherte. „Wer diese dann ausfüllt und bei sich trägt, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis“, erläutert Bartels.

Fragen, die den Tod berühren, sind niemals einfach, aber wie in diesem Fall sehr brisant und wichtig. Das ist auch die Meinung anderer Krankenkassen.

Wie wichtig, das belegen diese Zahlen: In Deutschland gibt es jährlich etwa 12 000 Menschen, die auf ein Spenderorgan warten. Ein Drittel von ihnen stirbt jedes Jahr vor der lebensrettenden Transplantation, weil keine geeigneten Organe zur Verfügung stehen. 

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