Schmälere Einnahmemöglichkeit des Wertstoffs

Privater Wertstoffsammler lässt Kampf ums Altpapier wieder aufleben

Vor dem Sammelcontainer: Der Northeimer Peter Gläß kauft Altpapier und Altkleider kiloweise an.
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Vor dem Sammelcontainer: Der Northeimer Peter Gläß kauft Altpapier und Altkleider kiloweise an.

Northeim. Seit Anfang März gibt es in Northeim die Möglichkeit, Altpapier an einer Sammelstelle an einem Containerstandplatz am Marktkaufparkplatz abzuliefern. Bei Kleinstunternehmer Peter Gläß gibt es sogar etwas Geld dafür.

Das ist bei der Anlieferung auf den Deponien oder der Abholung über die Altpapiertonnen nicht so. Der Landkreis Northeim als kommunaler Entsorgungsträger duldet die neue kleine Konkurrenz, begeistert zeigt er sich allerdings nicht von der Idee.

Sie schmälere schließlich die Einnahmemöglichkeit durch den Wertstoff Altpapier. 2014 rechnet der Landkreis mit einer Million Euro Erlös, die zur Senkung der Müllgebühren beitrage. Der Ankündigung von Peter Gläß, dass er eine gewerbliche Ankaufstelle für Altpapier und Altkleider einrichten will, hat die Kreisverwaltung aus „Geringfügigkeitsgründen“, wie Pressesprecher Dirk Niemeyer auf Anfrage betonte, nicht widersprochen.

Die Möglichkeit dazu hätte er nach einer Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts. Das hatte im Juni 2009 in einem Urteil klargestellt, dass gewerbliche Altpapiersammlungen unzulässig sein können, wenn sie die private Sammlungstätigkeit die Planungssicherheit eines kommunalen Entsorgers gefährde.

Der Northeimer Peter Gläß sieht in seiner Tätigkeit indes keine Gefährdung der Planungssicherheit der Kreisabfallwirtschaft, zumal auch schon Groß-Entsorger Remondis seit Anfang 2009 im Kreis Altpapier sammelt.

Der Multijobber betreibt als Franchise-Nehmer eine Ankaufstelle der bundesweiten Kette „cachforpaper“, hinter der der Entsorgungsfachbetrieb Münchener Aktenvernichtung (MAD) steht. Bundesweit sind in der Kette 150 Kleinstunternehmer tätig, hauptsächlich in Ostdeutschland. Gläß zahlt für das Kilogramm angeliefertes Altpapier fünf Cent, für Alttextilien und Schuhe pro Kilogramm sieben Cent. Das Geld gibt es gleich in bar bei Anlieferung am Containerplatz. (goe)

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