Landkreis Northeim nach der Wahl: SPD sucht neue Mehrheit

Northeim. Nachdem Rot-Grün im künftigen Kreistag keine Mehrheit mehr hat, ist die SPD zu Gesprächen mit anderen möglichen Partnern bereit.

„Ich kann mir eine Ampel vorstellen“, sagte der Unterbezirksvorsitzende Uwe Schwarz. Als Ampel-Koalition bezeichnet man eine Zusammenarbeit von SPD, FDP und Grünen. Eine Zusammenarbeit mit GfE und den Liberalen halte er ebenso für denkbar wie eine Kooperation mit der CDU oder nur die Bildung von themenbezogenen Mehrheiten, betonte Schwarz.

Am Montagabend kam der Unterbezirksvorstand zusammen. Von ihm wollte sich Schwarz grünes Licht für Sondierungsgespräche holen.

„Ohne die SPD wird es keine Mehrheit geben“, betonte Schwarz. Er gehe davon aus, dass keine der bisher im Kreistag vertretenen Parteien bereit sein werde, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Die Grünen seien offen für Gespräche, erklärte Detlef Rengshausen, Sprecher des Kreisvorstands. Wichtig seien den Grünen inhaltliche Fragen. So dürfe die Einrichtung einer IGS in Northeim nicht ausgeschlossen werden. Auch die Option, dass der Landkreis künftig klimaneutral wirtschafte, müsse offen bleiben.

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Auch die FDP stellt die inhaltlichen Fragen in den Vordergrund. Den Erhalt der Vielfalt in der Schullandschaft, eine vernünftige Finanzpolitik und die Förderung des Gründergeistes im Landkreis, nannte der Kreisvorsitzende Christian Grascha als vordringlich. Die Liberalen seien für Gespräche offen - nur mit den Linken und der AfD nicht.

Auch die CDU ist für Gespräche offen. Der CDU-Kreisvorsitzende Roy Kühne sieht die Initiative dazu bei der SPD. „Wir sitzen alle in einem Boot“, betonte er aber die prinzipielle Bereitschaft der Christdemokraten, sich an einem Bündnis zu beteiligen. Lediglich Gespräche mit der AfD schloss er aus.

Bei der Kreistagswahl am Sonntag war die SPD auf 40,8 Prozent der Stimmen gekommen (2011: 42,9 Prozent, die CDU auf 31,1 Prozent (33 Prozent) und die Grünen auf 6,8 Prozent (9,9 Prozent). Die FDP hatte 7,1 Prozent erreicht (6,5 Prozent). Die GfE kam auf 1,5 Prozent der Stimmen (3,2 Prozent), die Linke auf 2,2 Prozent (2,63 Prozent), Northeim 21 auf 1,4 Prozent (1,5 Prozent). Die erstmals angetretene AfD schaffte 8,5 Prozent.

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