Bei Restaurierung freigelegt

Unter Farbe schlummerte der Engel von Northeim

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Engel entdeckt: Mit einem mit Pressluft betriebenen Mikromeißel hat Restauratorin Anja Stadtler (rechts) ein Teil der alten Bemalung an der Kirchenempore freigelegt. Dr. Joachim Hartung (links) und Dr. Christian Steigertahl (rechts) vom Kirchenvorstand sowie Architekt Frank Wagner vom Amt für Bau- und Kunstpflege (Göttingen) der Landeskirche nahmen die Bemalung in Augenschein.

Northeim. 40 Jahre konnte er sich verstecken, jetzt ist er wieder zum Vorschein gekommen: Der Engel von Northeim.

Bei Voruntersuchung zur Restaurierung des Innenraums der St.-Sixti-Kirche hat Restauratorin an der Empore einen gemalten Engel freigelegt, der wie auf der Empore sonst vorhandene Ornamente bei der Kirchenrenovierung 1967/68 mit weißem Kunstharzlack übermalt worden war.

Die neogotische Empore samt Engel und Ornamenten stammen aus der Zeit 1844 bis 1848. Bei der damaligen Kirchenrenovierung wurden auch die Wände der Seitenschiffe und des Chors bemalt.

 

Auch diese Bemalung haben Stadtler und ihre Mitarbeiterinnen an einigen Stellen freigelegt. Auch die Deckenbemalung im Bereich des Chors hat die Expertin in Augenschein genommen. Ergebnis: Sie stammt in ihren Grundzügen aus der Bauzeit der Kirche vor 500 Jahre. Sie seien allerdings 1844 und 1907 nachgemalt worden. „Die haben interpretiert“, beschreibt Stadler die damalige Arbeiten. Dabei sei von den Ornamenten einiges weggelassen, anderes aber hinzugefügt worden

Die Untersuchung von Empore und Seitenwänden, die noch bis Ende kommender Woche dauern werde, soll nach den Worten von Frank Sander, Architekt beim landeskirchlichen Amt für Bau-und Kunstpflege (Göttingen), dazu dienen, Anhaltspunkte für die künftige Farbigkeit des Kircheninnenraums zu gewinnen. Die ornamentenreiche Wandbemalung in seiner historischen Form wieder erscheinen zu lassen, ist nicht geplant.

Ob die Bemalung der Empore vollständig freigelegt wird und sichtbar bleibt, ist noch offen. Nach den Worten von Restauratorin Stadler ist sie in einem so guten Zustand, dass sie kaum restauriert werden müsste. In jedem Fall ist der Plan vom Tisch, die Empore an der Nordseite bei der Innenraumsanierung zu entfernen.

Die Neugestaltung der Wände soll abschnittsweise im Zusammenhang mit dem Ausbau der Kirchenfenster des südlichen Seitenschiffes in Angriff genommen werden. Diese sollen im nächsten Jahr restauriert werden.

Bis zum Jahresende wollen Wagner und der Kirchenvorstand außerdem ein Konzept für die Erneuerung der Heizungsanlage haben. Die Heizkörper an den Außenwänden sollen verschwinden. Laut eines Gutachtens sind sie für für das schlechte Raumklima verantwortlich, das unter anderem die wertvollen Kirchenfenster angreift.

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