Rennen für einen Engel

Rhumetal-Schüler organisieren Sponsorenlauf für Querschnittsgelähmten

Zeigt her eure Arme und Beine: Die Schüler Marian Huismann, Bastian Römermann, Kilian Leunig und Dominik Wolf (von links) haben ihre gelaufenen Runden mir Strichen markiert. Foto:  Oschmann

Lindau. Sie haben bunte Striche auf Armen und Beinen, sind bemalt wie kleine Kinder, die im Kunstunterricht Langeweile hatten. Doch weit gefehlt: Marian Huismann, Bastian Römermann, Kilian Leunig und Dominik Wolf sind noch ein wenig aus der Puste, denn zusammen haben die vier Schüler gerade 303 Runden in der Sporthalle gedreht.

Gelaufen sind sie für einen guten Zweck. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Rhumetal-Schüler sind für einen Engel gerannt, für Lars Engel. Das ist ein jungen Mann aus dem Raum Dresden, der nach einem schweren Motorradunfall im April vom Hals abwärts gelähmt ist und ohne Unterstützung hilflos ist.

Die Religionslehrerin der Lindauer Oberschule, Ingrid Klein, hatte den 22-Jährigen vor Jahren im Urlaub kennengelernt und Kontakt zu ihm gehalten. Als sie länger nichts von ihm gehört hatte, fragte sie nach und erfuhr von dem schrecklichen Unfall.

Stark beeindruckt von einem Besuch bei den Harz-Weser-Werkstätten Northeim, wo die Schüler Bekanntschaft mit Schwerstbehinderten machten, entwickelten Izabella Kawucha, Paula Monecke und Charlotte Heine die Idee für einen Sponsorenlauf, um Lars Engel zu helfen. Mit ihm pflegen sie einen Briefkontakt.

„Wir wollten das Geld nicht einer Organisation spenden, sondern gezielt einsetzen.“ Die Eltern von Lars Engel werden ihr komplettes Haus umbauen, um ihrem Sohn ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen. „Das wollen wir unterstützen“, sagt Paula.

Sponsorenlauf heißt, das alle Schüler, die an den Start gehen, vorher im Familien- oder Bekanntenkreis gefragt haben, was sie pro gelaufene Runde als Spende bekommen. „Bei fast allen ist diese Hilfsaktion sehr positiv aufgenommen worden, aber es hat leider auch ein paar negative, ja fast beleidigende Stimmen gegeben“, erläutert die Pädagogin für evangelische Religion.

Marian Huismann, Bastian Römermann, Kilian Leunig und Dominik Wolf waren jedenfalls Feuer und Flamme für diesen Lauf. Deshalb haben sie sich gestern mächtig ins Zeug gelegt. Die bunten Striche auf Armen, Beinen und bei Dominik sogar auf dem Bauch stehen jeweils für eine beziehungsweise bei Kilian für fünf gelaufene Runden.

Persönliche Übergabe

Da ist ganz schön was zusammengekommen, denn Marian hat 60, Bastian 72, Kilian 81 und Dominik sogar 90 Runden gedreht. Und die anderen Schüler kommen ja noch dazu.

Wenn alles zusammengezählt und abgerechnet ist, wollen Izabella Kawucha, Paula Monecke und Charlotte Heine das Geld zusammen mit Ingrid Klein persönlich an Lars Engel übergeben. Die drei jungen Damen hatten bereits eine Haussammlung im Gemeindegebiet organisiert, bei der 380 Euro zusammengekommen waren.

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