Ritterspielplatz und Hotel für Hardegser Burgberg

Burg Hardeg aus der Luft: Oben in der Mitte das Muthaus, links davor der Parkplatz mit den umgebenden Gebäuden, in denen laut Planer ein Hotel Platz finden könnte. Auf der Grünfläche links neben dem Muthaus könnte eine Veranstaltungshalle entstehen. Foto: Gödecke

Hardegsen. Mit einem Masterplan 1.0 hat die Kultur-Initiative Hardegsen eine Debatte um die Zukunft des Burgberg-Areals angestoßen.

Vier Punkte spielen eine zentrale Rolle in dem Plan, den die renommierte Northeimer Planungsgruppe Puche Lange entwickelte und den Architekt Frank Stegmann vorstellte:

• Es soll Platz geschaffen werden für familienfreundliche Aktivitäten mit einem Ritterspielplatz, den es in dieser Form in der Region noch nicht gibt und ein Alleinstellungsmerkmal wäre. Raum dafür wäre auf dem Plateau zwischen Muthaus und Kurpark.

• Ein Hotel mit Gastronomie und Wellness könnte ein neuer Anziehungspunkt sein. Dafür käme der Kuhstall mit der Burgschenke in Frage. Die Lücke dazwischen könnte mit einem modernen Bauwerk geschlossen werden, wie es beispielsweise die Stadt Duderstadt mit dem Schützenmuseum an ihrer Stadtmauer vorexerziert hat. Ins Auge gefasst ist unter anderem auch eine neue Kegelbahn.

• Barrierefreie Räumlichkeiten für Kultur, Ausstellungen und Wohnen könnten das Muthaus und das Haus des Gastes aufwerten. Beide müssten über einen Treppen-/Fahrstuhlturm erschlossen werden.

• Leben verspricht eine Multifunktionshalle mit rund 600 Plätzen für Veranstaltungen und Sport. Denkbar wäre sie zwischen dem Komplex des Schützenvereins und dem Muthaus. Räumlichkeiten in dieser Größenordnung gibt es bislang nicht in Hardegsen.

Abgerundet wird der Plan mit dem Bau von Parkplätzen im Randbereich des Kurparks oberhalb des Schwimmbades und zahlreichen Instandsetzungsmaßnahmen an allen Gebäuden einschließlich des Kurparks. Eine erste Kostenschätzung liegt bei 12,5 Millionen Euro. wären rund 3,75 Millionen Euro für die Neubauten und 8,75 Millionen für Investitionen in den Bestand fällig.

Allein für die Beseitigung der gröbsten Bauschäden veranschlagen die Planer rund 680 000 Euro.

Erste Reaktionen waren gespalten. Heimatpfleger Herbert Heere nannte die Pläne eine „Katastrophe: Dann brauchen wir einen neuen Namen für die Burg Hardeg.“

Stadtratsmitglied Rainer Lutter (Hardegsen 21) bezeichnete die familienfreundlichen Angebote als „zukunftsträchtig“. Bauausschussvorsitzender Henning Ropeter (CDU) unterstützte die Initiative: „Wir brauchen ein Konzept für die spätere Nutzung.“ Bürgermeister Michael Kaiser räumte ein, dass das Muthaus bei Veranstaltungen Kapazitätsprobleme habe. „Die Bedarfsanalyse fehlt noch.“

Die Kultur-Initiative, vertreten durch Gerlinde Willms, Iris Schnelle und Norbert Höhne, betonte, sie wolle mit der Erstellung des Konzeptes Denkanstöße für eine Weiterentwicklung geben. (zhp)

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