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Schlacht am Harzhorn: Germanen im Kreuzfeuer

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Oldenrode. Ihre technische Überlegenheit hat den Römern bei der Schlacht am Harzhorn den Sieg gebracht. Wie durchschlagskräftig ihre Geschütze waren, ermitteln Wissenschaftler der Universitäten Osnabrück und Trier sowie der Universität der Bundeswehr (Hamburg) anhand von Geschütznachbauten.

Die Feuerkraft von drei dieser so genannten Torsionsgeschützen, die überdimensionierten Armbrüsten ähneln, wurden am Freitag am Harzhorn demonstriert. Die Geschütze wurden nach den Worten von David Ginster, der sich als Student der Bundeswehr-Uni mit der Schlacht beschäftigt hat, eingesetzt, um den germanischen Nachschub anzugreifen. Er gehe davon aus, dass die Römer mit ihren Geschützen die Germanen umgangen haben, um sie von hinten anzugreifen.

Er und Kreisarchäologin Petra Lönne kalkulieren, dass der Geschützangriff aus etwa 150 Meter Entfernung erfolgte. Diese Distanz sei notwendig gewesen, um sicher zu sein, dass die Germanen die Geschütze nicht direkt attackieren konnten. Die aus Holz und Metall konstruierten Waffen waren relativ leicht zu transportieren, um den Feind aus vberschiedenen Lage zu beschießen. Bis zu drei Schuss in der Minuten konnten abgefeuert werden. Anhand der Lage der am Harzhorn aufgefundenen metallenen Geschossbolzenspitzen sowie der Topografie des Geländes konnten bisher zwei Punkte auf der Höhe ausgemacht werden, von denen aus die Germanen ins Kreuzfeuer genommen wurden, einen dritten vermutet Ginster im Tal - nahe der heutigen B 248.

Bei dem Versuch am Freitag visierten die Studenten und Wissenschaftler der drei Unis sowie eine Schülergruppe des Gymnasiums Ising (Chiemsee) Ziele in etwa 40 Meter Entfernung an. Die Schüler haben, unterstützt von der Varusgesellschaft und der Bundeswehr-Uni ebenfalls ein Geschütz nachgebaut. (ows)

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