Autobahnpolizei Göttingen veranstaltet drei Lkw-Sicherheitstage auf dem Northeimer Autohof

Zur Strafe in den Simulator

Lkw-Überschlagsimulator: Berufskraftfahrer Daniel B. hat sich auf den nervenaufreibenden Test eingelassen. Rechts Mario Bratschke vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Foto:  Niesen

Northeim. Mit einem Großaufgebot wirbt die Autobahnpolizei der Polizeiinspektion Göttingen noch bis heute auf dem Northeimer Autohof für mehr Verkehrssicherheit bei Lkw-Fahrern. „Zu 20 Prozent der tödlichen Unfälle kommt es, weil Fahrern nicht angeschnallt sind“, sagt der Leiter der Autobahnpolizei Göttingen, Burkhard Schramm.

Ein Beispiel für das fehlende, konsequente Gefahrenbewusstsein ist Lkw-Fahrer Daniel B. aus Thüringen. Eine Motorradstreife der Polizei hat ihn aus dem fließenden Verkehr auf der A7 geholt und zum Autohof geleitet, weil er nicht angeschnallt war.

„Keine Chance“

Auf dem Autohof setzten ihn die Beamten in einen Lkw-Überschlagsimulator des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR), um ihm vorzuführen, was ihm im Falle eines Unfalls blüht. Mario Bratschke, Mitarbeiter des DVR, wirbelte Daniel B. zweimal samt Fahrerhaus um die eigene Achse. „Wer überkopf im Sicherheitsgurt hängt, weiß was ohne Gurt passiert. Er hat keine Chance!“

„Hat’s geklickt“, heißt die Aktion, bewusst doppeldeutig formuliert. Daniel B. zeigt sich beeindruckt, sagt aber auch „Letztes Jahr haben sie mich bei Kassel auch schon rausgefischt.“ Und fügt entschuldigend suchend hinzu: „Ich kam eben gerade vom Rasthof Göttingen runter. Sonst fahre ich angeschnallt.“

Er lässt sich noch auf einen weiteren Test ein. Mit einer so genannten Drogenbrille vor den Augen, versucht er, im Zickzack durch vier hintereinander aufgestellte, rot-weiße Pylone zu gehen. Wackelig und mit Anstoßen geht es gerade so eben. Den kleinen Parcours haben die Beamten aufgebaut, weil auch immer wieder Fahrer festgestellt werden, die beispielsweise Aufputschmittel nehmen, um ihre Touren bewältigen zu können.

Drastische Vorführungen

Die Vorführungen der Polizei sind drastisch. Auch der Lkw-Bremstest mit einer nur lose abgestellten Gitterbox auf der Ladefläche gehört dazu. Der grüne Lkw rollt langsam, mit etwa 30 Stundenkilometern. Als der Beamte voll in die „Eisen geht“, entwickelt sich die Gitterbox zum Geschoss. Mit lauten Krachen knallt sie gegen die einen runden Meter vor ihr stehenden, gesicherten Box.

„Immer wieder sind Ladungen auf Lkw nicht vorschriftsmäßig gesichert“, warnt der Chef der Autobahnpolizei. Polizist Stephan Ilse zeigt an einem Lkw, der unter anderem mit Papierrollen beladen ist, wie es richtig gemacht wird, unter anderem mit Keilen und Zurrgurten.

Heute gibt es noch einmal Besuch von Schülern der Grundschule am Sultmer auf dem Autohof: „Wir wollen sie über die Gefahren des toten Winkels aufklären“, sagt Schramm. (zhp)

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