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Verein pro Erdkabel: Freileitung Gefahr für Patienten

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Kreiensen. Der Verein „Bürger pro Erdkabel im Kreis Northeim hat die Kritik des FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Lutz Knopek, der Verein würde „Mythen verbreiten“ heftigst zurückgewiesen.

Knopek wolle von der Untätigkeit auch seiner Partei ablenken und versuche mit Halbwahrheiten und Fehlinformationen die Flucht nach vorn anzutreten“, schreibt Vorstandssprecher Wolfgang Schulze, Kreiensen, in einer Mitteilung.

Der Verein „Bürger pro Erdkabel“ fordere mit Nachdruck unter anderem eine Absenkung der zulässigen Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung, die in der Bundes-Immissionschutzverordnung festgeschrieben sind.

„Hier sind die Politiker gefordert, schnell eine fortschrittliche Lösung zu finden. Stattdessen aber gibt es nur Gezänk“ , empört sich Schulze. Der zulässige Maximal-Wert sei derzeit in Deutschland auf 100 Mikrotesla festgelegt. „Viel zu hoch“, sagt Schulze. So ein Wert würde es gestatten, direkt über ein bewohntes Haus oder einen Kindergarten eine 380- KV- Freileitung zu ziehen, denn direkt unter der Leitung würden nur 50 bis 55 Mikrotesla gemessen.

Schließlich gelten im Ausland erheblich niedrigere Werte, so zum Beispiel in der Schweiz nur ein Mikrotesla. Das Nova-Institut Köln fordere wie andere kritische Institute sogar eine Absenkung auf 0,2 Mikrotesla bei 50 Hertz - als sogenannten Vorsorgewert.

Besonders betroffen könnten bei zu hoher elektromagnetischer Strahlung Träger von Herzschrittmachern und implantierten Defibrillatoren sein, fährt Schulze fort. Hier seien ab 20 Mikrotesla bereits lebensbedrohende Beeinflussungen möglich.

Patienten mit Defibrilatoren würden von den Herstellern sogar aufgefordert, Hochspannungsleitungen zu meiden, ergänzt der Gandersheimer Arzt und Mitglied im Verein „Bürger pro Erdkabel“, Roland Hemmann. Er verweist auch darauf, dass wissenschaftliche Studien davor warnen, dass Wechselstrom-Hochspannungsleitungen bei Kindern Krebs auslösen können.

Daher richte sich die Forderung des Vereins auch auf eine Kennzeichnungspflicht von Wegen unter 380-KV-Freileitungen in Wechselstromtechnik und über 380-KV-Wechselstrom-Erdkabeln. Bei letztgenannten Erdkabeln würden übrigens bis zu 105 Mikrotesla gemessen.

„Aus gesundheitlicher und wirtschaftlicher Sicht kommt für die geplante Höchstspannungsleitung Wahle-Mecklar letztlich nur eine Erdverkabelung in Höchstspannungsgleichstromtechnik in Betracht“, schreiben Schulze und Hemman. (goe)

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