Weiter Baumängel im Haus für Obdachlose

Die städtische Obdachlosenunterkunft an der Mauerstraße. Foto:  Jelinek

Northeim. Teile der Northeimer Obdachlosenunterkunft sind noch gesperrt. CDU-Politiker Walter Keup sieht in dem Haus sogar eine erhöhte Brandgefahr.

Northeim. Vor fast einem Jahr wurde die städtische Obdachlosenunterkunft an der Mauerstraße in Northeim wegen baulicher Mängel und Defiziten beim Brandschutz zum Teil gesperrt. Wie die Stadt Northeim jetzt bestätigte, besteht die Sperrung noch immer, die Mängel wurden noch nicht beseitigt.

Die Stadt zahlte für das Gebäude jährlich 90 000 Euro Miete, inzwischen, so Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser, wurden die Miet- und Betriebsaufwendungen gegenüber dem Eigentümer aufgrund der Mängel gemindert. Um wie viel, teilte die Stadt allerdings nicht mit.

Bereits seit mehreren Jahren wird in Politik und Verwaltung überlegt, entweder das Gebäude an der Mauerstraße zu kaufen und zu sanieren, oder aber einen Neubau zu errichten.

Das bestätigte am Freitag Berthold Ernst, Fraktionschef der SPD im Northeimer Rat: „Der jetzige Standort Mauerstraße ist aus stadtplanerischer Sicht für eine Obdachlosenunterkunft ungeeignet. Die Einrichtung passt nicht in die dortige Wohnbebauung.“

Die Sozialdemokraten sprechen sich laut Ernst dafür aus, den Standort komplett aufzugeben und eine andere Lösung zu finden. Ernst: „Wir wollen entweder den Neubau einer Obdachlosenunterkunft oder ein bestehendes Gebäude ankaufen und entsprechend umbauen.“ Die Unterkunft an der Mauerstraße sei auch von der Raumaufteilung her völlig ungeeignet.

In Teilen der Northeimer Kommunalpolitik wird derzeit auch die Einrichtung der Obdachlosenunterkunft im Gebäudeensemble Schaupenstiel diskutiert. Bürgermeister Tannhäuser möchte dort das Medienzentrum unterbringen, das derzeit noch am Medenheimer Platz in einem Gebäude des Landkreises Northeim betrieben wird. Eines der stark sanierungsbedürftigen Fachwerkhäuser am Schaupenstiel gehört der Stadt, das andere der KSN.

Das sagen Politiker:

Walter Keup (CDU-Fraktion) sieht eine hohe Brandgefahr in der Northeimer Obdachlosenunterkunft in der Mauerstraße: „Das ist ein sanierungsbedürftiger Altbau mit unübersichtlichen Treppenhäusern. Ich habe da echt Bauchschmerzen.“ Keup geht nach seinen bisherigen Erfahrungen davon aus, dass die Bewohner nicht wissen, wie sie sich bei einem Feuer in der Unterkunft richtig verhalten sollen. „Wir müssen mittelfristig zu einer anderen Lösung für die Unterbringung der Obdachlosen kommen und das Gebäude Mauerstraße aufgeben.“„ Die CDU favorisiere einen Neubau in Schlichtbauweise.

Eckhard Ilsemann (FDP-Fraktion) sieht zunächst den Northeimer Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser und die Verwaltung in der Pflicht: „Der Bürgermeister muss der Politik konkrete Vorschläge, möglichst mehrere Alternativen, für die künftige Obdachlosenunterbringung in Northeim vorlegen. Erst dann kann die Politik auch darüber diskutieren. Das ist bisher nicht passiert. Wir wissen nichts über Kosten, über Standorte und so weiter. “ (kat)

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