Sie wird erheblich teurer als geplant

Wieder Ärger um die Hollenstedter Brücke

Kritisiert die Bauarbeiten an der Hollenstedter Brücke: Ortsbürgermeister Werner Boldt zeigt den Schlussstein der alten Gewölbekonstruktion. Foto: Mönkemeyer

Hollenstedt. Die Sanierung der alten Gewölbebrücke im Verlauf der Einbecker Straße in Hollenstedt (Kreis Northeim) wird erheblich teurer als geplant.

Aus diesem Grund trifft sich der Bauausschuss des Northeimer Rates am Dienstag, 30. August, zu einer Sondersitzung. Auch der Ortsrat Hollenstedt wird sich in seiner heute ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus stattfindenden Sitzung erneut mit diesem Thema beschäftigen.

Nach Einschätzung von Ortsbürgermeister Werner Boldt sind die jetzt notwendigen Änderungen der Bauausführung eine Folge der bereits stattgefundenen Arbeiten. „Diese erwecken den Eindruck eines unkoordinierten Vorgehens“, so Boldt. „Wichtige Vorgaben wie zum Beispiel einen Abbruchplan scheinen nicht zu existieren.“ Lediglich der soliden Substanz der alten Brücke sei es zu verdanken, dass die bisher erfolgten Eingriffe bislang noch ohne Folgen für die historische Konstruktion geblieben sind.

Durch die bisherige Arbeitsweise werde aber die Zerstörung des Gewölbes in Kauf genommen, kritisiert Boldt, der selbst Architekt ist und nach eigenen Angaben bereits für mehrere Gewölbesanierungen die Verantwortung getragen hat. Insbesondere die Art und Weise, wie man die alte Brücke jetzt gesichert habe, spreche nicht für viel Sachverstand, meint Boldt. „Den Schlussstein eines Gewölbes so abzustützen, bedeutet den Todesstoß für eine solche Konstruktion.“

Boldt vermutet, dass der Boden im Bereich der Brücke vor Beginn der Bauarbeiten nicht ausreichend erkundet worden ist. Die unzureichende Kontrolle der Bauarbeiten seitens der Northeimer Stadtverwaltung sei daher der eigentliche Grund für die jetzt entstandenen Mehrkosten. Ein weiteres Beispiel dafür, wie derzeit mit öffentlichen Geldern umgegangen werde, sei die fehlerhafte Erstellung des neuen Gehweges an der Victoria-Luise-Straße in Hollenstedt.

Der wurde auf einer Länge von etwa 200 Metern nicht, wie eigentlich geplant, in die Mitte des parallel zur Straße verlaufenden Grünstreifens gebaut, sondern von der ausführende Baufirma fälschlicherweise direkt an die Anliegergrundstücke grenzend verlegt. Auch die Straßenlaternen wurden falsch installiert und werden derzeit ebenfalls umgesetzt.

Als er sich kurz nach seinem Amtsantritt die Baustelle in Hollenstedt angeschaut habe, sei ihm gleich klar gewesen, dass da etwas schief gelaufen sei, sagte der neue Northeimer Tiefbauamtsleiter Thomas Hunold auf HNA-Anfrage. Er war bei Beginn der Bauarbeiten noch nicht im Amt. „Bei einem Ortstermin haben wir mit allen Beteiligten die Situation besprochen. Schließlich haben wir entschieden, den bereits verlegten Fußweg wieder rückzubauen und wie geplant neu zu verlegen.“

Wie hoch die zusätzlichen Kosten sein werden und in welcher Höhe sich die Stadt Northeim daran beteiligen muss, steht laut Hunold noch nicht fest. Denn klar sei, dass eindeutig ein Fehler der beauftragten Baufirma vorliege. Insofern werde der Großteil des zusätzlichen Aufwands zu deren Lasten gehen.

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