1000 Flüchtlinge kommen: Emotionale Debatte in Bürgerversammlungen

Hersfeld-Rotenburg. Bei den beiden gut besuchten Bürgerversammlungen in Bad Hersfeld und Bebra zu den geplanten Notunterkünften für Flüchtlinge prallten die unterschiedlichsten Meinungen und Emotionen aufeinander.

Wie berichtet, sollen vermutlich schon in der nächsten Woche mehrere Hundert Flüchtlinge im ehemaligen Herkules-Einkaufsmarkt in Bad Hersfeld untergebracht werden. Außerdem prüft der Kreis die Unterbringung im früheren Toom-Baumarkt in Bebra. Über einen Mietvertrag wird aber noch verhandelt. Das erklärte Landrat Dr. Michael Koch, der sich mit Sozialdezernentin Elke Künholz, dem stellvertretenden Regierungspräsidenten Hermann-Josef Klüber, dem Chef des Lenkungsstabs im Landratsamt, Dieter Pfaff, und dem Leiter des Fachdienstes Migration, Frank Hildebrand, den Fragen der jeweils rund 250 Zuschauer stellte.

Koch und Künholz betonten, dass es sich bei den jetzt erwarteten 1000 Flüchtlingen um eine Sonderzuweisung des Landes handele, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen nicht mehr unterkommen. Diese Menschen würden nicht dauerhaft bleiben, es gehe daher zunächst darum, ihnen ein Dach über dem Kopf zu bieten. Gleichwohl rechnet Koch damit, dass das Notquartier im Herkules über einen längeren Zeitraum genutzt werden muss. Außerdem machte er deutlich, dass er eine Belegung von Turnhallen zwar vermeiden wolle, aber nicht ausschließen könne.

Bei der Diskussion wurde heftige Kritik an der Wahl des Herkules-Centers laut, weil er in der Innenstadt und am Schulbus-Knotenpunkt Breitenstraße liegt. Einige Frauen sagten, sie hätten Angst, künftig in die Innenstadt zu gehen, andere warnten vor einer ideologischen und religiösen Unterwanderung. Es wurden aber auch viele Hilfsangebote gemacht.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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