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Äcker ohne Gentechnik

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Rotenburg. Auf landwirtschaftlichen Flächen, die der Stadt Rotenburg gehören, darf kein gentechnisch verändertes Saatgut verwendet werden. Bestehende Pachtverträge müssen mit diesem Passus ergänzt werden, neue Verträge sollen entsprechend abgeschlossen werden. Das beschlossen die Stadtverordneten mehrheitlich in ihrer jüngsten Sitzung auf Antrag der SPD-Fraktion.

Christiane Ringer begründete den Antrag für ihre Fraktion unter anderem mit dem Hinweis, dass die Artenvielfalt durch den Einfluss gentechnisch veränderten Saatgutes beeinträchtigt werden könne. Gesundheitliche Risiken solcher Produkte seien noch nicht ausreichend erforscht, außerdem machten die Konzerne, die weltweit solches Saatgut vertrieben, die Bauern von sich abhängig.

Haltung demonstrieren

Ringer sieht aber auch den symbolischen Charakter dieses Beschlusses: Es gehe darum, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und eine Haltung zu demonstrieren. „Vielleicht schaffen wir es damit auch, dass sich Landwirte zusammenschließen und – wie in anderen Kommunen – eine gentechnikfreie Zone ausrufen.“

Nahrung weltweit knapp

Ralf Ermel (UBR) verwies dagegen auf die weltweite Nahrungsmittelknappheit, der vielleicht mit Hilfe der grünen Gentechnik gegengesteuert werden könnte.

Gefahr durch Monokultur

Eine größere Gefahr für Landwirtschaft und Verbraucher sieht er im Anwachsen von Monokulturen, die zum Beispiel entstünden, um Biogasanlagen zu betreiben. 20 Prozent der Agrarflächen würden schon mit Energiepflanzen belegt. Gigantische Maisflächen seien aber nur gut „für Ratten und Wildschweine“.

Ermel und auch Heinz Schlegel (CDU) wiesen darauf hin, dass das Ausbringen von gentechnischem Saatgut europäischer und Bundes--Gesetzgebung unterlägen. Wenn man dem SPD-Antrag folge, unterstelle man den betroffenen Landwirten, sie würden bestehende Gesetze umgehen. Barbara Glaser (CDU) erklärte, mit dem Antrag springe die SPD „auf einen fahrenden Zug“. Es sei gesellschaftlicher Konsens – die meisten Bürger wollten keine gentechnisch veränderten Produkte.

Nicht zulässig

Bürgermeister Manfred Fehr bestätigte, dass der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen nicht zulässig sei. Doch könne sich die Gesetzgebung ändern. Die Stadt könne aber durch ihr Eigentümerrecht sichern, dass wenigstens ihre Flächen frei von diesem Saatgut blieben. (sis)

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