Ein Abend zum Nachdenken: Empfang der Gemeinde Alheim

Sportliche Leistungen und Verdienste um die Gemeinschaft: Die Gemeinde Alheim hat beim Neujahrsempfang wieder einige Bürger aus den Ortsteilen für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Fotos: Janz

Heinebach. Zum 16. Mal hat die Gemeinde Alheim zum Neujahrsempfang geladen. Er war wie immer und doch anders, denn die 200 Gäste hatten einiges zum Nachdenken.

Was war los?

Der große Saal im Kompetenzzentrum der Kirchner Solar Group in Heinebach war voll besetzt. Bürgermeister Georg Lüdtke fasste seine Rede kürzer als sonst, und auch insgesamt blieb der Empfang mit zweieinhalb Stunden im Rahmen. Gerade die Diaschau mit den Ereignissen 2015 erhob laut Lüdtke „keinen Anspruch auf Vollständigkeit“ und deckte doch das Wichtigste ab. Gut so!

Nachdenkliche Worte

Die Flüchtlingskrise ist das Thema, und auch in Alheim spielte es eine zentrale Rolle. „Abwarten war gestern, handeln müssen wir heute“, sagte Lüdtke, der eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik vermisst. Alle Mahnungen zum Frieden scheinen zu verpuffen, sagte der Bürgermeister und fragte mit Blick auf die Bedrohung durch Terroristen: „Wo sind die Konzepte, die unsere freiheitliche Lebensweise schützen?“

Mehr Mut

Besonders nachdenklich war auch Marc Heinzerling, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Von den Gästen forderte er, sich nicht im Kleinklein zu verlieren, sondern die großen Probleme grundsätzlich anzupacken - und das meinte er gerade nicht nur mit Blick auf die Flüchtlingskrise. „Unsere Ziele müssen ehrgeizig sein, sie müssen uns fordern“, sagte Heinzerling, der des ewigen „Weiter so“ überdrüssig ist.

Im Flüchtlingscamp

Gastgeber Lars Kirchner nutzt die Chance, um mit einigen Gerüchten über sein Unternehmen aufzuräumen. Das habe sich nach der Krise der Branche stabilisiert. Inzwischen entwickeln noch 50 Mitarbeiter in Heinebach neue Solarprodukte.

Eines davon könnte in den großen Flüchtlingscamps im Nahen Osten für Strom sorgen, weshalb Kirchner mehrere Lager besucht hat. Seine Eindrücke gab er ungefiltert wieder: „Es ist ein beklemmendes Gefühl, das Elend gesehen zu haben.“ In Zaa’tari in Jordanien leben 93 000 Syrer, jeder Fünfte im Land ist auf der Flucht. Trotzdem herrsche große Herzlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft. Fast schon flammend war Kirchners Appell, die Probleme vor Ort zu bekämpfen: „Am Ende reden wir nicht über Flüchtlinge, sondern über Menschen, die in ihr Land zurück wollen“, sagte Kirchner.

Ehrungen

Beim Neujahrsempfang zeichnet die Gemeinde immer engagierte Mitbürger aus. „Wir brauchen Menschen, die sich einsetzen“, sagte Lüdtke, bevor er mit Landrat Dr. Michael Koch den Landesehrenbrief an den Heinebacher Vogelschützer Gerhard Albrecht überreichte. Weitere Urkunden gab es für Helga Marquardt (Heinebach), die für krebskranke Kinder Strümpfe strickt und die ehemalige Schiedsfrau (2008-2015) Sandra Limprecht-Heusner aus Baumbach. Auch die ehemaligen Ortsgerichtsschöffen Kurt Schäfer (Niedergude) und Hartmut Albrecht (Heinebach) wurden gewürdigt.

Wo war Esdo?

Die Schüler Tobias Werner (Baumbach) und Fabian Hupfeld (Heinebach) erhielten eine Anerkennung für den dritten Platz beim hessischen Schulschach-Pokal. Nicht dabei waren die Esdo-Kämpfer, die sonst immer dabei sind. Ein adäquater Ersatz waren die Feuerwehrleute aus Erdpenhausen um Wehrführer Uwe Degenhardt. Denn Alheims kleinste Ortsteilwehr ist zugleich eine der besten in ganz Hessen (Platz 14). Das ist schon eine besondere Leistung.

Neujahrsempfang der Gemeinde Alheim

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