Zwei neue Info-Punkte weisen auf die Renaturierungsarbeiten hin

Platz für Storch und Unke in den Fuldaauen bei Alheim

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Wieder da: Vier junge Störche sind in diesem Jahr in Alheim aufgewachsen.

Alheim. Es gibt die geschützte Gelbbauchunke, Biber und auch Störche sind wieder da: Die Fuldaauen bei Alheim bieten für viele Lebeweisen ein optimales Umfeld. Und dass das so bleibt, dafür setzt sich die Gemeinde ein. Zwei neue Info-Punkte weisen jetzt auf die Arbeit hin.

Warum ist eine ganz normale Wiese so wichtig für den Naturschutz? Und warum sieht in Alheim die eine Seite des Weges ganz anders aus als die andere? Auf Initiative von Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke wurden jetzt zwei Info-Punkte gebaut, um die Arbeiten am Rande der Fulda zu erklären. 

Die Fuldaauen sind eine Region, die für den Naturschutz und heimische Tierarten wichtig sind. Dass diese Gebiete bei Alheim besonders hochwertig sind, kann man an den Info-Punkten erfahren. Einige Tierarten leben nur in naturnahen Flussregionen wie den Fuldaauen. Diese können sich durch die Renaturierungarbeiten wieder entwickeln. 

Heinrich Wacker, Landschaftsplaner und Fachmann für Gewässerrenaturierung, erklärt: „Viele der Tiere hier stehen auf der Roten Liste, wie der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine Schmetterlingsart.“

Wiesenmahd eingeschränkt 

Die seltene Gelbbauchunke

„Die Wiesen der Fuldaauen werden daher besonders gepflegt und in der Fortpflanzungszeit nicht gemäht“, sagt Wacker. Auch Tiere wie die Gelbbauchunke, die vom Aussterben bedroht ist, findet man in Alheim. In kleinen Tümpeln und Pfützen leben die nach ihrem gelben Bauch benannten Amphibien. Bundesweit ist diese Art stark gefährdet oder bereits ausgestorben. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg konnte durch Schutzvorkehrungen dieser Trend gestoppt und wie in Alheim in Bestandszunahmen umgewandelt werden.  Dank der Initiativen in Alheim kann man seit einigen Jahren auch wieder Störche sehen, und ihre Zahl wächst. Diesen Sommer zog ein Storchenpaar vier Junge auf, die inzwischen flügge sind und das Gebiet verlassen haben. Von den Bänken aus, die am Infopoint aufgestellt sind, kann man das Nest gut beobachten.

Der Biber ist auch schon da 

Einer der neuen Info-Punkte.

Inzwischen leben auch wieder zwischen 60 und 80 Biber an der Fulda in Hersfeld-Rotenburg. An der Fulda im Bereich der Gemeinde Alheim gibt es seit mehreren Jahren eine Biberburg mit regelmäßigem Nachwuchs im zweijährigen Abstand. Da die Fulda tief genug ist, baut der Biber hier keine Dämme. An der Fulda fressen die Biber im Sommer Stauden im Uferbereich und im Winter Weidenäste. Nur im Winter werden größere Bäume gefällt, um an die nahrhaften Zweige zu gelangen. Der nachtaktive Biber fällt bisher kaum auf und wurde in den letzten Jahren, trotz des relativ hohen Bestandes, nur selten beobachtet. Aufmerksame Beobachter können dagegen im Spätwinter Fraßspuren an Gehölzen sehen. 

Bisher sind noch keine Seitenbäche der Fulda besiedelt worden. Sollte der Biber sich in den nächsten Jahrzehnten in die Bäche der Seitentäler ausbreiten, wird er hier auch Dämme bauen. Dann wir ein Konfliktmanagement erforderlich werden. Bereits heute gibt es Biberbeauftragte vom Land Hessen und ehrenamtliche Betreuer für Fulda und Werra im Landkreis. 

Brutplätze für Eisvögel

Als nächstes Projekt plant Wacker nun neue Brutplätze an der Fulda für Eisvögel. Damit auch diese Tiere einen Rückzugsort in Alheim finden, wie er sagt.

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