Möglicherweise fremdenfeindlicher Anschlag

Zwei Fenster an Flüchtlingshaus in Heinebach zerstört

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Heinebach. Ein möglicher fremdenfeindlicher Anschlag hat sich in der Nacht zum Samstag in Heinebach ereignet. Unbekannte haben zwei Fenster an einem Haus eingeschlagen.

Dieses wird als Unterkunft für Asylbewerber genutzt.

Die Tat hat sich nach Angaben der Polizei zwischen Freitag, 18 Uhr, und Samstag, 10.30 Uhr, ereignet. Die Fenster gehören zu einer derzeit leerstehenden Wohnung im Erdgeschoss eines Zweifamilienhauses an der Straße Im Boden.

Im Obergeschoss wohnt seit vergangenem Mittwoch eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan, und auch das Erdgeschoss soll von Flüchtlingen bezogen werden. Ob es sich um einfachen Vandalismus oder einen Anschlag handelt, ist laut Polizei noch offen. Weitere Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund wie ein Bekennerschreiben oder Schmierereien an der Fassade gibt es nicht. Die Fensterscheiben wurden eingeschlagen, nicht mit einem Stein eingeworfen. Der Schaden beläuft sich auf etwa 500 Euro.

Dass die Sachbeschädigung rein zufällig mit dem Bezug der Flüchtlingsunterkunft zusammenfällt, hält man in Alheim jedoch für recht unwahrscheinlich. Bürgermeister Georg Lüdtke zeigt sich von dem Vorfall erschüttert. „Das war für uns alle ein Schock“, erklärt er gegenüber der HNA stellvertretend für die rund 80 ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe Alheim: „Ich kann nicht verstehen, dass so etwas passiert. Das wird in Alheim nicht toleriert.“

Das Netzwerk aus Kirchengemeinden, Verwaltung, Politik und Vereinen hat sich seit Monaten auf die Ankunft der ersten Asylbewerber in Alheim vorbereitet. Am vergangenen Mittwoch ist dann die erste Familie in das Wohnhaus im Neubaugebiet von Heinebach gezogen. „Den Start haben wir uns anders vorgestellt“, sagt Lüdtke.

Die Flüchtlingshilfe sei sehr engagiert, alle gesellschaftlichen Gruppen in der Gemeinde würden sich beteiligen. „Solche Schlagzeilen hat Alheim nicht verdient“, sagt Lüdtke. Der Bürgermeister hat das afghanische Ehepaar mit seinen vier Kindern am Samstag besucht und ihnen das Bedauern über den Vorfall ausgedrückt: „Ich habe sie noch einmal ausdrücklich in Alheim willkommen geheißen.“ Von der Sachbeschädigung selbst hat die Familie nichts mitbekommen; deshalb lässt sich derzeit auch der Tatzeitraum nicht näher eingrenzen.

Die Polizei bittet Zeugen des Vorfalls, sich bei der Polizeistation Rotenburg, Telefon 0 66 23 / 93 70, zu melden.

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