Hilfswerk berichtet von Morddrohungen in Rotenburg

Alheimer-Kaserne: Christliche Flüchtlinge beklagen Übergriffe

Rotenburg. In der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge hat es im Laufe des Jahres eine Reihe von Beschwerden wegen religiös motivierter Konflikte gegeben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus auf seiner Internetseite. Demnach klagten vor allem christliche Asylbewerber über Gewalt und Ausgrenzung.

Der Focus beruft sich unter anderem auf eine Umfrage des Hilfswerks Open Doors, das eine Umfrage in 150 deutschen Flüchtlingsunterkünften vorgelegt hatte. „Christliche Einwohner haben uns berichtet, dass sie Morddrohungen bekommen haben, unter Druck standen und dass man aufgerufen hat, christliche Frauen zu vergewaltigen und zu ermorden“, sagte Markus Rode, Open-Doors-Vorsitzender, im ZDF-Mittagsmagazin.

Auch die überregionale Tageszeitung „Die Welt“ berichtet von Morddrohungen. In einem Zimmer der Unterkunft sei in arabischer Schrift der Satz „An alle Muslime: Es ist Zeit, den Ungläubigen die Köpfe abzuschneiden“ an die Wand geschrieben worden.

Den Vorfall bestätigte das zuständige Regierungspräsidium in Gießen gestern nicht und ließ die Anfrage unserer Zeitung unbeantwortet. Laut Focus habe es seit diesem Vorfall im Juli aber keine weiteren Vorkommnisse gegeben. Viel Aufmerksamkeit hatte ein Fall Anfang Juni erfahren, als ein betrunkener Asylbewerber eine Massenschlägerei auslöste, bei der zwei Wachmänner der Alheimer-Kaserne verletzt worden waren. In der Unterkunft leben aktuell 179 Menschen, 33 von ihnen sind christlichen Glaubens.

Verschiedene Vorkehrungen hätten seit dem Sommer das Sicherheitsgefühl der Asylbewerber in Rotenburg deutlich verbessert, heißt es weiter. Dabei habe man allen christlichen Bewohnern angeboten, in einen separaten Trakt zu ziehen. Hilfreich sei zudem gewesen, „christlich orientiertes“ Sicherheitspersonal und Dolmetscher für die betroffenen Bewohner einzusetzen.

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