Wolfgang und Silvia Klösel boten als Edgar und Irmi Kabarett zum Muttertag

Von Aufreger zu Aufreger

Alles, was wichtig ist: Ob Politik, Papst oder eine Kultur im Niedergang: In ihrem Programm beim Muttertags-Kabarett des Bebraer Kulturzugs ereiferten sich Edgar und Irmi über viele Themen. Foto: Meyer

Bebra. Bevor Edgar sich aufregt, macht er lieber Musik. Aber wenn er Musik macht, regt er sich auch auf: über die Politiker, den Papst, die Muslime, das Fernsehen. Wolfgang und Silvia Klösel boten als Edgar und Irmi das traditionelle Muttertagskabarett des Bebraer Kulturzugs im alten Rathaus.

Hosenträger überm Bauchansatz, eine grienende Heidschnucke auf dem T-Shirt und einen friedlichen Rhön-fränkischen Dialekt sprechend, wirkt Edgar zunächst sanftmütig. Aber aufregen kann er sich.

Über die Kanzlerin, die von Kohls Mädchen zu dem Mädchen wurde, das alle verkohlt. Über Arbeitsministerin Nahles, die den Begriff Arbeit vor Dienstantritt erst googeln musste. Über den Ex-Präsidenten Wulff, der elf Millionen Euro vom Staat bekommen wird, wenn er so alt wird wie Joopie Heesters. „Damit muss man heute rechnen.“

„Wer weiß heute schon noch, wer Alfa und Romeo geschrieben hat?“

Wolfgang Klösel als Edgar

Auch die Kultur sieht der Edgar im Niedergang: Wer weiß heute schon noch, wer „Alfa und Romeo“ geschrieben hat und wann Theodor zu Guttenberg den Buchdruck erfunden hat? Wann schrieb Goethe „Werthers Echte“? Und wer hat den Hundezwinger in Dresden gebaut?

Und die Kirche: Nehmen die Pfarrer die Gebote ernst, wenn sie sagen: „Liebe deinen nächsten…Ministranten?“ Zum Blick auf die Emanzipation in islamischen Ländern weiß Edgar, dass der recht übersichtlich ist, „durch die Schlitze der Burka“.

Bevor Edgar sich weiter aufregt, kommt Irmi auf die Bühne, und während sich Irmi mit der Blockflöte auf ihre Bewerbung bei Deutschland sucht den Superstar vorbereitet, erörtern die beiden alles, was wichtig ist: was die Schürmanns gegenüber auf ihrem neuen Bett machen, und ob der Islam schon vor der Tür steht – aber da stehen nur die Zeugen Jehovas. Gut, dass Edgar und Irmi fränkisch sprechen, denn dann ist eines sicher: dass der NSA Abhören nichts bringt.

Von Achim Meyer

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