Vier Feuermeister auf der Bühne

Gottesdienst, Fackelzug und Feierstunde in der Stiftsruine am Vorabend von Lolls

Vierfacher Feuermeister: Klaus Otto und seine Vorgänger Udo Baumgardt, Hans-Jürgen Eichenauer und Udo Roßbach standen zur Feierstunde gemeinsam in vollem Ornat auf der Bühne der Stiftsruine. Fotos: Eisenberg

Bad Hersfeld. Offiziell beginnt das Lullusfest zwar erst mit dem Entzünden des Feuers am heutigen Montag, für viele „Herschfeller“ und manchen „Hergeloffenen“ gehört als stimmungsvoller Auftakt aber auch das Programm am Sonntag einfach dazu.

Hunderte von Kindern und Erwachsenen zogen am Abend mit Fackeln und Laternen zu den Klängen des Stadtmusikvereins, des Musikzugs Eiterfeld sowie des Fanfahrenzugs aus Rotenburg vom Neumarkt durch die Innenstadt zur Stiftsruine.

Schon am Nachmittag hatte Bürgermeister Thomas Fehling die Schausteller als „wichtigste Personen des Lullusfests“ im Rathaussitzungssaal empfangen. Im Anschluss waren die Delegationen der Partnerstädte im Rathaus zu Gast.

Gleich in mehrfacher Hinsicht stand der Tag im Zeichen des Fackelscheins. Schließlich gibt es den Feuermeister, die Symbolfigur des Lullusfestes, seit 90 Jahren. Aus diesem Anlass erlebten die Besucher des Festaktes in der Stiftsruine einen dieser Form wohl einmaligen Moment: Otto und drei seiner Vorgänger, Udo Roßbach, Udo Baumgardt und Hans-Jürgen Eichenauer standen gemeinsam in vollem Ornat auf der Bühne. Dicht gedrängt hatten sich die Menschen zu Fanfarenruf und den Klängen des CVJM-Posaunenchors – anfangs noch übertöhnt von der Zugabe einer Festzugs-Kapelle vor der Ruine – zwischen den rot und blau angestrahlten Mauern versammelt. Geradezu andächtig lauschte die Menschenmenge den dumpfen Schlägen der Lullusglocke. Begleitet von zahlrichen „Bruder-Lolls-Rufen“ übergab der amtierende Feuermeister den alten Fackelhalter aus dem Jahr 1926 dem Leiter des Stadtmuseums, Reinhold Schott. Er soll künftig zusammen mit dem originalen Ornat des ersten Feuermeisters Hans Post ausgestellt werden.

Begleitet von „zahlreichen „Bruder-Lolls“-Rufen überreichten der Geschäftführer der Kreishandwerkerschaft, Hans Wilhelm Saal, und Innungsobermeister Ralf Stuckardt der Symbolfigur des Lullusfests ihr neues Arbeitsgerät.

Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst erkannte im Lullusfest ein Stück gelebte Tradidion, die es zu bewahren und mit Leben zu füllen gelte. Auf das bislang übliche Feuerwerk zum Abschluss der Feierstunde warteten viele Hersfelder allerdings vergebens. Das Land Hessen als Eigentümer der Stiftsruine habe das leider untersagt, beklagte der Rathauschef. Als Ersatz wirbelten bei mehreren Feuershows im Stiftspark brennende Fackeln durch das Dunkel der Nacht.

Wer Lust und Laune hatte, eilte dann in die Schilde-Halle, wo die Band G-Punkt zu „Rock den Lauf“ einheizte.

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