Heringer verkaufte Sachen bei Ebay

43-Jähriger wegen gewerbsmäßigen Diebstahls bei Amazon verurteilt

Bad Hersfeld. Gelegenheit macht Diebe: Weil er über einen Zeitraum von etwa anderthalb Jahren Festplatten und Prozessoren bei seinem damaligen Arbeitgeber Amazon hat mitgehen lassen, musste sich ein 43-Jähriger jetzt vor dem Schöffengericht verantworten.

46 Fälle listete der Staatsanwalt auf, in denen der in Heringen lebende Mann gestohlene Ware bei Ebay verkauft und dafür in der Regel zwischen rund 200 und 500 Euro erzielt hatte.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei weitere solcher Teile, die sich allerdings nicht zweifelsfrei Amazon zuordnen ließen und von denen einige auch dem Angeklagten gehören sollen.

Zwischen dem 1. Oktober 2013 und dem 8. Februar 2015 soll der 43-Jährige die Diebstähle begangenen haben. Als Picker hatte er im Warenlager des Internetversandhändlers im Logistikzentrum am Eichhof Zugriff auf das gesamte Warensortiment.

Die Verpackungen ließ er zurück, die relativ kleinen Teile habe er dann unbemerkt an der Ausgangskontrolle vorbeischmuggeln können, berichtete der Angeklagte. Um die 15.000 Euro Gewinn brachten ihm die Onlineversteigerungen laut Staatsanwalt ein.

Insgesamt 6,5 Jahre war der Mann bei Amazon beschäftigt. Nachdem die Diebstähle aufgeflogen waren, erhielt er die fristlose Kündigung. Schadensersatzforderungen vonseiten Amazons habe er bislang nicht erhalten.

Nachdem der Angeklagte die Taten anfangs geleugnet hatte, zeigte er sich vor Gericht geständig und voller Reue. „Das war saublöd“, erklärte der 43-Jährige. Das Ganze tue ihm „extrem leid“. Als Grund für die Diebstähle nannte er finanzielle Probleme wie Schulden nach einem Autokauf.

Das Urteil wegen gewerbsmäßigen Diebstahls lautete schließlich ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.

Zudem muss der 43-Jährige 1000 Euro in Raten à 50 Euro pro Monat an eine gemeinnützige Organisation zahlen, sich bemühen den Schaden „nach besten Kräften“ wiedergutzumachen und mögliche Wohnsitzwechsel melden. Sowohl der Staatsanwalt als auch Pflichtverteidiger Dieter Gehb akzeptierten die Strafe noch im Gerichtssaal.

Zugute gehalten wurde dem Ex-Amazonier neben seinem Geständnis unter anderem, dass er keine Vorstrafen, aber eine günstige Sozialprognose hat. Gemeinnützige Arbeiten kamen wegen seines neuen Jobs nicht in Frage. (nm)

Rubriklistenbild: © dpa

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