Riesenrad-Interview mit den Lolls-Organisatoren

Blick aufs Lullusfest: „Der absolute Wahnsinn“

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Stoßen auf ein gelungenes Lullusfest 2016 an und haben einiges zu feiern – zum Beispiel 90 Jahre Feuermeister und einen Rekord beim Festzug: Die Organisatoren Helge Assi und Julia Scholz beim Interview im Riesenrad.

Bad Hersfeld. 50 bis 100 Mal am Tag klingelt bei Helge Assi und Julia Scholz, den Organisatoren des Lullusfests, das Handy. Für unser Interview haben sie sich trotzdem Zeit genommen.

Können Sie eine Fahrt im Riesenrad oder einen Bummel über den Rummel überhaupt genießen oder haben Sie ständig die Organisatorenbrille auf? 

Julia Scholz: Man ist schon immer mit offenen Augen unterwegs und muss spontan verfügbar sein. Im Riesenrad kann ich aber ohnehin nicht entspannen, ich habe Höhenangst.

Helge Assi: Ein ganz ruhiger Bummel geht wirklich nicht. Aber das ist ok.

Und wie fällt die Lolls-Bilanz aus? 

Assi: Der Lolls-Montag ist bei schönem Wetter sehr positiv verlaufen. 30.000 bis 35.000 Menschen haben den Festzug verfolgt und auf dem Festplatz herrschte schon früh Trubel. Es gab in diesem Jahr auch insgesamt weniger Schnittverletzungen durch Scherben, wenngleich man den vielen sonstigen Müll, der trotz zahlreicher Tonnen bewusst weggeworfen wird, kaum verhindern kann.

Schade finde ich auch, dass einzelne negative Ereignisse in der öffentlichen Wahrnehmung das Positive überschatten. 

Scholz: 70 Teilnehmer beim Festzug sind der absolute Wahnsinn, da sind wir schon ein bisschen stolz drauf. Damit ist die Grenze bei der bestehenden Route aber auch erreicht. Das Wochenende zum Schluss war wirklich toll, von den Besuchern und vom Wetter her. Der Betreiber des „Hütten-Zaubers“ hat mir sogar berichtet, dass der Samstag sein bester Tag überhaupt gewesen sei. Auch der Sonntag war absolut top, der Platz voller Menschen.

Kritiker fanden das Angebot beim Dippenmarkt zu eintönig .... 

Assi: Das können wir nachvollziehen, wobei für die Auswahl der Händler nicht wir, sondern die Kollegen vom Ordnungsamt verantwortlich sind. Allerdings gibt es auch kaum mehr sogenannte Dippen und auch die beliebten Marktschreier werden weniger.

Für Diskussionsstoff haben auch die neuen Security gesorgt, die das Durchfahrtsverbot kontrolliert haben. 

Scholz: Eigentlich ist das Durchfahrts- und Parkverbot zum Lullusfest ja nichts neues und alle Anwohner wurden vorab per Schreiben im Briefkasten informiert. Auf den Aufbau haben sich die Kontrollen jedenfalls positiv ausgewirkt.

Assi: Wer einen festen Parkplatz hat, konnte sich eine Genehmigung holen. Diese wurden allerdings auch gefälscht! Die Security wird es definitiv wieder geben, und da das Projekt noch in den Kinderschuhen steckt, sicher auch in verbesserter Form. Wenn es gar nicht anders geht, muss die Kontrolle eventuell auch auf andere verbotene Zufahrten ausgeweitet werden.

Welche Attraktion hätten Sie persönlich gerne beim Lullusfest 2017? 

Assi: (lacht) Kein Kommentar. Wir sind bei der Auswahl der Bewerber neutral. Ich persönlich bevorzuge eher ruhige Fahrgeschäfte wie das Riesenrad.

Scholz: Die Bewerbungsfrist endet am 20. Oktober, bis dahin können wir noch nichts sagen. Ich esse auf dem Rummel ehrlich gesagt lieber als Karussell zu fahren.

Wie entspannen Sie nun nach den aufreibenden Lolls-Tagen, bevor es mit der Organisation für 2017 weitergeht? 

Scholz: Eigentlich geht es mit der Planung fürs nächste Jahr nahtlos weiter. Aber ich werde mich erstmal eine Woche an der Nordsee erholen.

Assi: Richtig Urlaub machen geht jetzt nicht, aber ich werde ein bisschen Überstunden abbauen.

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