Hersfelder Brandschützer übten erschwerte Rettung im Eisenbahnbereich

Übung der Freiwilligen Feuerwehr: Ein Auto fährt auf Gleisen

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Nachgestellt: Ein Auto wird von einer Lok erfasst (oben). Das HLF-S fährt auf Straßen und Schienen. 

Bad Hersfeld. Die Freiwillige Feuerwehr in Bad Hersfeld hat sich mit einer aufwendig inszenierten Übung auf einen möglichen Einsatz im Eisenbahnbereich vorbereitet. Das Szenario: Ein Auto wird von einem Holzzug erfasst. 

Auf der Strecke von Niederaula nach Bad Hersfeld erfasst ein Holzzug an einem Bahnübergang ein Auto. Bis der Zug stehenbleibt, schiebt er das Auto noch rund 600 Meter auf den Schienen vor sich her. Der Autofahrer ist einklemmt und kann das Fahrzeug nicht verlassen. Verletzte gibt es trotzdem nicht, denn es handelt sich um eine aufwendig inszenierte praktische Übung der Feuerwehr und der Deutschen Bahn.

Zusammenarbeit gefragt

Während der Lokführer den Notruf absetzt, ahnt die hiesige Feuerwehr von dem Unglück noch nichts. „Der Notruf erreicht zunächst die Notfallleitstelle der Bahn in Frankfurt“, erklärt Pressesprecher Marco Wenderoth, „von dort führt der Alarmierungsweg zur Zentralen Leitstelle des Landkreises“. Auch das Notfallmanagement der Bahn ist bei solchen Einsätzen immer präsent. Neben der Bad Hersfelder Feuerwehr, waren auch die Wehren aus Bebra und Wildeck-Obersuhl vor Ort. Bei Bahnunfällen verfügen diese über die benötigte Ausrüstung, wie ein Auto, das auf Schienen fahren kann.

Eine echte Seltenheit

Das zur Obersuhler Feuerwehr gehörende Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug-Schiene, kurz HLF-S, gibt es nur 14 mal in Deutschland. Bei Unfällen im Bahnbereich, vor allem auch in Tunnelanlagen, wird innerhalb von 60 bis 80 Sekunden aus einem Auto ein 33 Stundenkilometer schneller Zug. Bis zu zehn Tonnen zieht HLF-S hinter sich her. Ideal also, um den beschädigten Holzzug von der Unfallstelle zu entfernen. Das Aufgleisen an Bahnübergängen gehört für die Obersuhler Einsatzkräfte, die über einen Führerschein Klasse Zwei verfügen, zum Standardrepertoire.

Erschwerte Rettung

Für die Übung eingesetzt: Spezialfahrzeug aus Obersuhl.

Bevor HLF-S jedoch zum Einsatz kommt, müssen alle Insassen aus dem beschädigten Auto befreit werden. Gar keine einfache Aufgabe, denn erst nachdem das Autodach abmontiert war, war die Rettung möglich. Da Fahrzeug und Zug durch die Kollision zusammenhängen, war jede andere Art der Rettung unmöglich. Mit einem Handschienenwagen der Bebraer Feuerwehr kann das Opfer direkt von der Einsatzstelle auf Schienen zum Rettungswagen abtransportiert werden. Das spart im Notfall kostbare Zeit.

Den Initiatoren André Oldenburg, von der Hersfelder Feuerwehr, und Kreisbrandmeister Stefan Hertrampf war es wichtig, auch die Gefahren für die Einsatzkräfte aufzuzeigen. Der Umgang mit Waggons und die Arbeit im Gleisbereich war für die meisten Beteiligten Neuland. Dank Übungen wie dieser, sind sie dennoch besser auf den Ernstfall vorbereitet.

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