Der Betriebsrat spricht von "schwerem Aderlass"

Grenzebach BSH: Betriebsbedingte Kündigungen für 32 Mitarbeiter

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Grenzebach BSH in Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld. Im Juli hatte der Maschinenbauer Grenzebach BSH angekündigt, dass am Standort Bad Hersfeld weitere Stellen abgebaut werden sollen. Nun sind 32 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen worden.

Zunächst war von circa 40 betroffenen Arbeitsplätzen die Rede. Zuletzt waren noch rund 300 Mitarbeiter in Bad Hersfeld beschäftigt.

Als Gründe für die Entlassungen nennt Standortleiter Franz Wilbois in einer offiziellen Presseerklärung die steigende Konkurrenz am Markt, den zunehmend hohen Kostendruck und die damit verbundene geringere Auftragslage, aufgrund derer die Kündigungen leider unvermeidbar geworden seien.

Nach intensiven, konstruktiven und zielgerichteten Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Geschäftsführung habe nun eine einvernehmliche und sozialverträgliche Einigung erzielt werden können, heißt es weiter. Die Anzahl der betriebsbedingten Kündigungen habe von circa 40 auf 32 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reduziert werden können. Ihnen sei ein Sozialplan und der Eintritt in eine Transfergesellschaft angeboten worden, die sie gemeinsam mit der Standortleitung dabei unterstütze, neue berufliche Perspektiven zu finden.

Die Mitarbeiter wurden am Freitag im Rahmen einer außerordentlichen Betriebsversammlung informiert. "Wir bedauern sehr, dass wir uns von den Mitarbeitern trennen müssen. Es sind jedoch zwingend erforderliche Maßnahmen, um den Standort für eine erfolgreiche Zukunft aufzustellen", teilt Wilbois mit.

Laut des Betriebsratsvorsitzenden Hans-Heinrich Sauer betreffen die Entlassungen sowohl den technischen als auch den Verwaltungsbereich des Unternehmens. Teils seien auch langjährige Mitarbeiter betroffen. Seit Juli habe man über einen Sozialplan verhandelt. Sauer spricht von einem "Kompromissergebnis", Details nennt er nicht. Natürlich habe man die Zahl der Kündigungen reduzieren wollen, man müsse aber auch die nicht nur sinkende, sondern ebenso schwankende Auftragslage zur Kenntnis nehmen.

Eine sogenannte Transfergesellschaft - auch Auffanggesellschaft genannt - soll die von den Kündigungen Betroffenen bei der Suche nach einem neuem Arbeitsplatz unterstützen, neue Perspektiven ermöglichen und Arbeitslosigkeit verhindern. Das funktioniere ähnlich wie bei der Arbeitsagentur, allerdings sei eine individuellere Betreuung möglich. Zudem müssten die Betroffenen zum Beispiel nicht jeden Job annehmen.

Als "schweren Aderlass" bezeichnet Sauer die Kündigungen. Denn die Entlassenen nähmen nicht nur Wissen, sondern eben auch Arbeitskraft mit und hinterließen Lücken. Um diese zu füllen, reiche es nicht, die Ärmel hochzukrempeln. Das sei eine große Herausforderung in den kommenden Wochen und Monaten, die alle betreffe, von der Geschäftsführung bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter.

Bei so manchem betroffenen Mitarbeiter sorgen die jüngsten Entwicklungen natürlich für Unmut. In einer anonymen Mitteilung vermutet einer beispielsweise, dass es in Wahrheit darum gehe, Arbeitsplätze zugunsten billigerer teils ausländischer Dienstleister outzusourcen. Zudem vermisse er ein Wort des Dankes.

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