Aufwändige Sanierung: Sieben Mietwohnungen in ehemaliger Apotheke

Jörg Dersch: Er hat das ortsbildprägende Gebäude mit viel Einsatz wieder zu einem Schmuckstück gemacht.

Bebra. In neuem Glanz erstrahlt in Kürze die ehemalige Apotheke, die der Bebraer Apothekenstraße ihren Namen gab.

Mit großem Aufwand und über einer Millionen Euro reiner Baukosten hat Jörg Dersch das Haus sanieren lassen.

1995 hatte Dersch, von Beruf Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, das Haus gekauft. Er wohnte damals auf Gut Boxerode und plante, hier seine Kanzlei zu eröffnen. Doch dazu kam es nicht. Dersch ist heute in Erfurt tätig und lebt in Knüllwald, doch das Haus in Bebra hat es ihm angetan.

Foto von 1940: Das Bild hat Peter Kehm aus dem Stadtarchiv zur Verfügung gestellt. Es zeigt die Löwenapotheke mit dem charakteristischen Erker. Foto: Stadtarchiv Bebra

Er setzte auf die Stadtsanierung und die Verkehrsberuhigung in Bebra, denn bis Mitte 2013 lag das Haus an einer stark befahrenen Straße. Dersch hatte Geduld, plante viele Jahre, verwarf die Pläne wieder, bis es vor einem Jahr endlich losging: Michael Jokisch, Spezialist für Altbausanierung aus Zierenberg und sein Team haben ganze Arbeit geleistet. Denn es gab jede Menge Schwierigkeiten: Im denkmalgeschützten Erker waren der Schwamm und der Holzbock, an Wänden und Decken zeigten sich verdeckte Schäden - möglicherweise vom Bombenangriff auf Bebra im Dezember 1944.

„Ein Neubau wäre günstiger gewesen“, sagt Dersch heute, „das Haus war in einem katastrophalen Zustand“. Doch das ist Vergangenheit. In nur einem Jahr sind sieben Wohnungen zwischen 50 und 80 Quadratmetern entstanden - mit viel Flair, liebevollen Details beispielsweise unter Verwendung alter Eiche. Was erhalten werden konnte blieb, anderes wie die Balkongeländer wurde nach altem Vorbild nachgefertigt.

Besondere Atmosphäre 

Die Wohnungen, die vermietet werden sollen, strahlen eine besondere Atmosphäre aus, haben alle Balkone, Parkett und Fliesen, Tageslicht auch in den innenliegenden Bädern, offene Küchen, teils Galerien mit Glasböden und Holzbalkendecken. Es gibt einen Gewölbekeller und ein Treppenhaus mit wunderschönem gedrechseltem Geländer, das noch aufgearbeitet werden muss.

Bald wieder im alten Glanz: Das bunte Holzband schmückt wie viele andere Details wieder die alte Apotheke Goldhamer.

Ein wenig bedauert Dersch, dass die ursprünglich geplante Grünspange doch nicht an der Apothekenstraße 5 vorbeiführt. Doch Pläne ändern sich, hat er auch selbst erfahren. Und die Lage mitten in der Stadt hat Flair, in der oberen Wohnung blickt man über alle Häuser hinweg ins Fuldatal.

„Die Stadt hat uns sehr unterstützt“, sagt Bauherr Jörg Dersch. Er lobt besonders den ehemaligen Bauamtsleiter Manfred Klöpfel als treibende Kraft des neuen Verkehrskonzepts und der Stadtsanierung Bebra und Mann mit Weitblick. Das Farbkonzept mit granatfarbener Fassade stammt von der Architektin Brigitte Zippert, im Haus herrschen Holzfarben, mokka und eben dieser rötliche Ton vor.

Mietwohnungen entstehen in ehemaliger Apotheke

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