Durchwachsenes Wetter am Wochenende

21. Drachenfest in Iba: Erst Regen, dann Sonne

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Neugierig auf die Figuren am Himmel: Christina und Kai Wachsmuth mit Kai.

Iba. Der Herbst bringt nicht nur Wind, sondern oft auch Regen, und so ist mit der Planung des jährlichen Drachenfestes des Drachenclubs Waldhessen immer die Ungewissheit verbunden: Spielt das Wetter mit?

Am Wochenende war es zweigeteilt: Während am Samstagnachmittag Regen fiel und Zuschauer und Aktive in die Zelte trieb, stiegen die Drachen am Sonntag an den blauen Himmel über Iba.

Rokkaku-Kampf: Diesen traditionell asiatischen Wettkampf am Himmel mit speziell geformten Drachen fochten, von links, Lara, Niels und Lukas aus. Lukas belegte Platz eins.

Für Karl-Ulrich Körtel, den Vorsitzenden des Vereins, war es das 21. Drachenfest, an dessen Planung er beteiligt war. Den 62-jährigen Rotenburger packte die Faszination als Kind: Der Onkel baute mit den Kindern Drachen aus Holzleisten und Transparentpapier mit langen Schwänzen. Die ließen sie an einer 1000 Meter langen Schnur in den Esröder Himmel steigen, bis sie kaum noch zu sehen waren.

Als die eigenen Kinder vor etwa 30 Jahren im richtigen Alter waren, erwachte die Begeisterung von Neuem. Inzwischen gab es weitaus bessere Materialien wie Glasfaserstäbe, aber auch strengere Gesetze. Bei einer Schnur von hundert Metern ist Schluss, wenn es keine Ausnahmegenehmigung gibt.

Durchwachsenes Wetter beim 21. Drachenfest in Iba

Mit einem fliegenden Weihnachtsmann gewannen er und seine Frau auf Anhieb den zweiten Platz bei den deutschen Meisterschaften, die Kriterien: Originalität, technische Ausführung, Flugfähigkeit. Aber auf Preise kommt es Körtel, der im echten Leben Filialdirektor der R+V-Versicherung Thüringen ist, nicht an. Der Ehrgeiz sei, das im Kopf entstandene Bild zum Fliegen zu bringen. Und wenn die eigene Kreation am Himmel steht, denkt er schon über das nächste Projekt nach. „Fliegt nicht, gibt’s nicht“, heißt es in der Drachenszene. Seine Drachen entstehen in einem Kellerraum mit Regalen voller Materialien und einer Nähmaschine. Mit den fantasievollen Flugobjekten war Körtel schon auf Drachenfesten in der ganzen Welt, in England, Polen, Thailand und Malaysia.

Rabe Rudi ist Legende

Erfolgsmodell: der "Rabe Rudi" mit seinem Erbauer, Karl-Ulrich Körtel.

Mit einer Schöpfung hat Körtel bleibenden Eindruck in der Drachenszene hinterlassen: Sein Rabe Rudi wird inzwischen in großer Stückzahl in Asien produziert und, wie Körtel berichtet, zur Vogelabwehr auf Flughäfen und Plantagen verwendet. Die Geschichte, dass die ersten 500 produzierten Rudis in einem Container vor Taiwan über Bord gingen und darum nie ausgeliefert wurden, ist in der Drachenszene zur Legende geworden. Patentieren lassen hat Körtel den Raben Rudi nicht. Er freut sich jedesmal, wenn er ihn auf einem Drachenfestival irgendwo auf der Welt am Himmel sieht.

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